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Ausnahme-Gitarrist Popa Chubby spielt den Blues – auf alle Arten und mit vielen unterschiedlichen Stimmungen. Rechts Bassist Alfred Wayne Bathelor.  Recklies
Ausnahme-Gitarrist Popa Chubby spielt den Blues – auf alle Arten und mit vielen unterschiedlichen Stimmungen. Rechts Bassist Alfred Wayne Bathelor. Recklies
31.10.2016

Gitarrenvirtuose Popa Chubby lässt die Kulturhalle Remchingen beben

Remchingen. Wenn Theodore Horowitz alias Popa Chubby aus New York in die Saiten greift, dann ist das Publikum meist schnell aus dem Häuschen. So auch beim Konzert in der Remchinger Kulturhalle. Dort unterhält der 1960 geborene Bluesgitarrist sein Publikum gemeinsam mit dem Bassisten Alfred Wayne Bathelor, dem Schlagzeuger David Moore und dem Keyboarder Dave Keyes über gut zweieinhalb Stunden bestens.

Und wird am Ende frenetisch gefeiert. Popa Chubby ist fraglos ein Ausnahmegitarrist und – körperlich wie musikalisch – eine Erscheinung, die man kaum wieder vergisst. Denn was der Bluesgigant aus seinem Instrument herausholt, jagt einem wieder und wieder wohlige Schauer über den Rücken.

Popa Chubby ist einer der ganz wenigen Gitarrenvirtuosen, die sich musikalisch von allen nur erdenklichen Stilrichtungen freudig inspirieren lassen, die aber auch in der Lage sind, ihr Instrument über alle Genregrenzen hinweg so virtuos zu spielen, dass balladeske Titel ebenso eindrucksvoll klingen wie druckvolle Blues-, Bluesrock oder Bluesjazz-Nummern, von denen der 56-Jährige zahlreiche Eigenkompositionen im Gepäck hat. Und er spielt Cover-Versionen mit solchem Verve und eigener Note, dass man dem musikalischen Schwergewicht nicht selten attestieren muss, dass er den Originalen ein neues Gewand verpasst, etwa bei „Somewhere Over The Rainbow“, „It’s Allright Mama“ oder das zum Finale gespielte „Hallelujah“.

Popa Chubby – der neben Songs seines aktuellen Albums „Catfish“ auch viele seiner Klassiker wie „Rock On Bluesman“ interpretiert – versteht es wunderbar, mit seiner Gitarre eine Vielzahl von Stimmungen auszudrücken – und diese auch mit seiner markanten Stimme zu unterstreichen. Da wird in den Liedern mal pure Lebensfreude offenbar, mal Trauer, Schmerz und Wut. Und während Chubby seine Gitarre zum Singen, Kreischen, Jammern, Wimmern, Klagen oder Schreien bringt, liefern seine Kollegen den passenden Sound, um den Klangzauber des Meisters noch zu unterstreichen. Oder solistisch zu brillieren: Mal lässt Dave Keyes seine Finger in geradezu schwindelerregender Geschwindigkeit über die Tasten huschen, mal entzündet Schlagzeuger Moore ein dynamisches Rhythmus-Feuerwerk.