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Publikumsliebling: Matthias Hautsch begeistert mit seinem Spiel.  Frommer
Publikumsliebling: Matthias Hautsch begeistert mit seinem Spiel. Frommer
31.10.2016

Gitarrist Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld

Mancher Song wird erst in instrumentaler Bearbeitung zeitlos. Ausnahme-Gitarrist Matthias Hautsch hat mehrere solcher Secondhand-Preziosen im Repertoire: Mit jazzigem Schwung macht er den längst aus dem Hörfunk verschwundenen Kinks-Titel „Sunny Afternoon“ zur Glanznummer ohne Jahresringe.

Im betont perkussiven Schlussdrittel seines Covers spielt er mit der Greifhand lediglich einen Basslauf, während die Schlaghand mit einem Drum-Besen über den abgewetzten Korpus seiner akustischen Gitarren schmirgelt. „So viel zur Frage, weshalb die Gitarre genauso ausschaut“, lässt er lachend das Publikum im Malersaal des Kulturhauses Osterfeld wissen.

Goßer Einfallsreichtum

Auch der Melodie von Burt Bacharachs Country-Duett „Close To You“ verleiht Matthias Hautsch scheinbar mühelos ganz neue Frische. Sein Einfallsreichtum zieht sich durch sein gesamtes Konzert, das wegen der großen Publikumsnachfrage vom Studio in den Malersaal verlegt werden musste. „Natürlich“, räumt Matthias Hautsch ein, „im Studio sind die Leute näher an mir dran – und ich kann ihre Reaktionen sehen. Im Malersaal sieht man die Zuschauer von der Bühne aus leider nicht.“ Die erste Zugabe des Konzerts ist – im allerbesten Sinne des Wortes – Musik zum Hören und Sehen: Ein Plektrum gibt Billy Joels „And So It Goes“ den hellen Klang, dazwischen wischt der Ausnahme-Gitarrist mit dem Daumen einen sich tiefdunkel abhebenden Klang aus der Mitte der E-Saite.

Spannende Kompositionen

„Neues auszuprobieren, begonnene Projekte weiterzuführen und dabei die Gitarre zu erschließen“, sagt Matthias Hautsch nach dem Auftritt und mit Blick in die Zukunft, sei für ihn „eine Never-Ending-Story“. Solo-Konzerte sind für ihn „die Königsklasse“, in der es gilt, trotz „der Nacktheit der akustischen Gitarre“, zu überzeugen. Beim Heimspiel im Kulturhaus Osterfeld ist ihm das, auch wegen seiner Eigenkompositionen, wie dem Uptempo-Stück „Inside 5150“, erneut bravourös gelungen – das Konzert klingt mit kräftigem Beifall und vielen sich anschließenden Gesprächen erst spät in der Nacht aus.