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Reid Anderson leitet das Ballett noch bis 2018. Foto: Stuttgarter Ballett
Reid Anderson leitet das Ballett noch bis 2018. Foto: Stuttgarter Ballett
27.07.2016

Glanz und Tanz – Stuttgarter Ballett feiert Intendanten

Stuttgart. Das Stuttgarter Ballett hat mit einer schillernden Gala die 20-jährige Intendanz von Reid Anderson gefeiert. Den Abend mit vier Uraufführungen im Opernhaus verfolgten etwa 5000 Zuschauer im Freien im Schlosspark. Tamas Detrich, der 2018 das Amt von Anderson übernimmt, brachte zum Defilee die 64 Tänzer der Compagnie und die Eleven der John-Cranko-Ballettschule auf die Bühne.

Anderson ließ sich auch dafür feiern, dass er das Stuttgarter Ballett nicht – wie viele befürchtet hatten – zu einem John-Cranko-Museum machte, sondern zu einer weltweit angesagten Adresse. Die britische Ballettlegende Cranko brachte die Stuttgarter Compagnie zu Weltruhm – Auszüge etwa aus seinen Choreographien „Onegin“ und „Schwanensee“ erinnerten bei der Gala daran. Auch dieses Erbe beschert dem Ballett eine Auslastung von mehr als 90 Prozent.

Das Stuttgarter Ballett, das 2011 sein 50-Jähriges feierte, zählt seit Jahrzehnten zu den Trendsettern in der Ballettwelt. Hier haben John Neumeier, Uwe Scholz (1958-2004), William Forsythe, Jiri Kylian gearbeitet. Die Compagnie tanzte 2013 zudem auf der größten Bühne der Ballettwelt: im Moskauer Bolschoi Theater. Der Starsolist Semjon Tschudin erinnerte als Gast des Bolschoi in einem Gala-Auftritt als Prinz in „Dornröschen“ an die enge Verbindung der Stuttgarter mit dem klassischen russischen Ballett.

„Ich bin ein Stuttgarter“

Zu den für eine Gala programmierten Überraschungen gehörte, dass Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) Anderson die deutsche Staatsbürgerschaftsurkunde überreichte. „Ich bin ein Stuttgarter“, sagte der Kanadier, der in Deutschland bleiben will, dankend. „Kunst hat hier eine andere Bedeutung als in Amerika. Kunst ist hier lebenswichtig“, hatte Anderson in einem Interview zum Start der Festwoche gesagt. 2018 – da endet seine Intendanz – will Anderson noch die neue Cranko-Ballett-Schule eröffnen. Dann wird er 70 Jahre alt sein.

Aber zurückziehen will er sich auch dann nicht, sondern seine Rolle als Mentor festigen. „Wir könnten noch etwas avantgardistischer werden, als wir es hier schon sind“, sagte Anderson.