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Traditionelle Kuckucksuhren hat Iris Henkenhaf-Stark neu interpretiert und zeigt sie in ihrer Galerie in Ispringen. Foto: Recklies
16.05.2017

Glaskünstlerin interpretiert Kuckucksuhr neu

Ispringen. Glaskünstlerin Iris Henkenhaf-Stark stellt ganz besondere Uhren aus. Sie verbindet Tradition und moderne Technik auf raffinierte Art und Weise.

Bildergalerie: Ausstellungseröffnung "Wo der Kuckuck ruft ..."

Die in Ispringen lebende und arbeitende Glaskünstlerin Iris Henkenhaf-Stark ist unter die Uhrmacherinnen gegangen. Zwar kümmert sie sich nur bedingt um die Innereien, der von ihr ersonnenen, gestalteten und zusammengebauten Uhren – bei den technischen Details nimmt sie die Unterstützung eines versierten Uhrmachers und einer Absolventin der Pforzheimer Goldschmiedeschule in Anspruch. Henkenhaf-Stark hat sich anlässlich des Jubiläums „250 Jahre Goldstadt“ als Künstlerin eines Klassikers angenommen und interpretiert diesen in der ihr eigenen Art neu: die Schwarzwälder Kuckucksuhr.

Das Vorhaben war kein leichtes Unterfangen. Denn so einfach es auch sein mag, das Uhrengehäuse aus gläsernen Elementen und mit allerlei raffinierten Techniken aus dem Bereich der Oberflächen-Glasgestaltung umzusetzen, so schwierig ist es, die Unikate nach der Schwarzwälder Tradition technisch so zu realisieren, dass alles, was sich im Innern des Gehäuses findet, den altbekannten, im 19. Jahrhundert entwickelten mechanischen Techniken entspricht.

Henkenhaf-Stark greift bei Bau ihrer Uhren auf in Schonach gefertigte Uhrwerke und hölzerne Miniaturpfeifen mit kleinen Blasebälgen zurück, die zu jeder vollen Stunde mit ihren den Kuckucksruf imitierenden Lauten die Uhrzeit akustisch vermitteln. Schwierig dabei: Da die Künstlerin sich nicht an vorgegebene Maße und Größen gehalten hat, müssen Uhrwerke, Pfeifen samt Vögel mit feinsten Drähten für die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden.

Sieben Exemplare ihrer Kuckucksuhren präsentiert sie in der Ausstellung „Wo der Kuckuck ruft“ im Galerie- und Werkhaus in Ispringen – dazu zahlreiche Gehäuse und Studien für weitere gläserne Uhren. Diese sind nicht zuletzt deswegen bislang unvollendet geblieben, da sich die Künstlerin im März eine schwere Fußverletzung zugezogen hat.

Die Uhren sind für Iris Henkenhaf-Stark schon zu Lieblingsstücken geworden, müssen doch die Uhrwerke regelmäßig aufgezogen werden, damit sie stets die richtige Zeit anzeigen und die Kuckucke zur richtigen Zeit – mal lautstark, mal dezent – ihre Rufe durch die Mauern des ehemaligen Ispringer Schulhauses schallen lassen.