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Die Mittelalter-Formation Triskilian: Die faszinierende Vielfalt an Klängen hinter- ließen einen bleibenden Eindruck beim Publikum.   frommer
Die Mittelalter-Formation Triskilian: Die faszinierende Vielfalt an Klängen hinter- ließen einen bleibenden Eindruck beim Publikum. frommer
21.12.2015

„Gloria in cielo“: Mittelalterliche Musik in der Schlosskirche begeistert Publikum

Pforzheim. Altenglische Weihnachtslieder, italienisch gesungene Marienpreisungen, mehrstimmige galizisch-portugiesische Cantigas, getragene Pilgerlieder aus dem 13. Jahrhundert und, zum gelungenen Abschluss, das mittelhochdeutsche Falkenlied des Minnesängers Kürenberg – die beeindruckende Repertoirevielfalt der seit inzwischen 15 Jahren erfolgreichen Mittelalter-Formation Triskilian verlieh dem Konzertabend in der Schlosskirche seinen ganz besonderen Reiz.

Manche Stücke trugen orientalische Klangfarben – oder erinnerten, sobald Flötentöne ihren Vortrag bestimmten, unwillkürlich an mitreißende Klezmer-Musik. Triskilian-Gründer Dirk Kilian betone im PZ-Gespräch: „Multikulturelle Gesellschaften hat es immer wieder gegeben.“ Das habe sich auch in der Musik niedergeschlagen. Die Musiker von Triskilian, – das sind Jule Bauer (37, Gesang, Schlüsselfidel und Flöten), Christine Hübner (37, Gesang, Harfe und Perkussion) und Dirk Kilian (52, Gesang, Harfe, Sackpfeifen, Schalmei, Schlüsselfidel und Flöten) –, haben bereits sechs Alben mit Musik des Mittelalters veröffentlicht. In der Schlosskirche gastierte das Trio, wie im Vorjahr, auf Initiative von Diakonin Ira Weinmann. Beim Konzert am Freitagabend bestachen Triskilian mit abwechslungsreichem mehrstimmigem Gesang – und mit ausgefeilter Instrumentaltechnik. Genauen Beobachtern wurde spielend vermittelt, dass bei klugem Zugriff die Schellen eines Tamburins zusätzlich und übergangslos wie Kastagnetten klingen können. Zu den vom Publikum begeistert aufgenommenen Höhepunkten zählte beispielsweise die stilsicher und spannend gestaltete Musik des von Matrím Códax um 1230 in Vigo verfassten „Eno Sagrado“, neben der aus Südspanien überlieferten Alba-Dichtung „Reis glorios“ von Guiraut de Bornelh. Zur großen Zahl der mitgeführten Instrumente sagte Dirk Kilian: „Wir arbeiten alle eng mit Instrumentenbauern zusammen.“ Hierfür habe er sich auch mit den arabischen und jüdischen Wurzeln des Baus von traditionellen Musikinstrumenten befasst.