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Ismail Deniz als Mohammed Söder (Siegfried) und Katja Weitzenböck in der Rolle der Karina Bergmann (Kriemhild) spielen im Wasser. Foto: Arnold
Ismail Deniz als Mohammed Söder (Siegfried) und Katja Weitzenböck in der Rolle der Karina Bergmann (Kriemhild) spielen im Wasser. Foto: Arnold
18.07.2016

„Gold“ leuchtet Abgründe aus: Neues Stück der Wormser Nibelungen-Festspiele gefeiert

Worms. Sie wollen die Nibelungensage verfilmen, aber Ehrgeiz, Eifersucht und Hass machen ihnen dabei zu schaffen. Im neuen Stück der Wormser Nibelungen-Festspiele durchlebt eine fiktive Filmcrew jene Emotionen, die auch die Figuren der literarischen Vorlage beherrschen.

Die Schauspielerinnen, die bei den Dreharbeiten vor dem Dom die Königinnen aus der Sage spielen, geraten sich in die Haare. Und die Schauspieler, die die Gegner Hagen und Siegfried verkörpern, fetzen sich auch jenseits der Bühne – bis der Siegfried-Darsteller durch die Hand des anderen stirbt.

Dass die Siegfried-Figur dabei von dem Türken Mohammed Söder (Ismail Deniz) und der Hagen von dem rechtsgerichteten René Inner (Sascha Göpel) gespielt wird, ist nur eine der Besonderheiten des Stücks, dessen hochkarätiges Ensemble bei der Premiere am Freitagabend grandios aufspielte. Das Publikum applaudierte minutenlang.

„Gold. Der Film der Nibelungen“ stammt wie die letztjährige Produktion „Gemetzel“ aus der Feder von Albert Ostermaier. Das vielschichtige Stück kommt über weite Strecken laut, bunt und lustig daher, doch es berührt auch die dunkelsten Seiten der menschlichen Existenz.

Im Zentrum von „Gold“ steht der todkranke Produzent Konstantin Trauer – lässig bis melancholisch gespielt von Uwe Ochsenknecht – der sich mit dem Film einen Traum erfüllen und ein Denkmal setzen will.