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„Goldstadt Schmuckcity“ - Buntes Programm zum Schmuckjubiläum im Gasometer

Pforzheim. Da ist vielleicht was los auf der Bühne im Keller des Gasometers. Ausnahmsweise wird dort beim Folkclub Prisma mal kein Folk gespielt. Stattdessen gibt es bei der ausverkauften Premiere der Schmuckrevue gut zwei Stunden lang bekannte Melodien mit neuen Texten, spannende Krimis, selbst geschriebene Gedichte.

Zusammen mit seiner „Mr. George & His Oskars Kellerband“, den drei Goldstadt-Autoren Claudia Konrad, Uschi Gassler und Ernst Merz sowie zahlreichen weiteren Helfern hat der leidenschaftliche Schlagzeuger und Edelsteinhändler Jörg Herzel eine Revue produziert, die an die wechselvolle Geschichte der Pforzheimer Schmuckindustrie erinnert. Eine Geschichte, die vor 250 Jahren – nämlich 1767 – beginnt, als Markgraf Karl Friedrich die Erlaubnis zur Errichtung einer Uhrenfabrik gibt. Jetzt kann die Entwicklung Pforzheims losgehen zur „Goldstadt Schmuckcity“ – so der Name des ersten Titels an diesem Abend.

1921 gründet Herzels Großvater seine Edelstein-Großhandlung, 1945 stirbt er bei der Bombardierung Pforzheims im Industriehaus. Der Titel „Opa starb im Feuersturm“ erinnert daran. Viele der zehn Songs haben Herzel und seine Kollegen kreativ umgedichtet. Es geht um glitzernde Diamanten, um Hoffnung für die Zukunft und um den Beruf des „Fassermanns“, der schon am Morgen an seinem Brett steht und sich denkt: „Nur die schönsten Frauen haben meine Klunker an.“ Ein mitreißender Titel, bei dem das Publikum gerne mitklatscht. Überhaupt sind die Zuschauer an diesem Abend immer wieder gefragt, ob als Wasserbringer oder als lebende Straßenlaterne für Sängerin Sylvia Ernst bei „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt.“

Die sechs Musiker von „Mr. George & His Oskars Kellerband“ schütteln die Titel locker aus der Hand, spielen ihre Instrumente mit viel Hingabe. Etwas ruhiger wird es, wenn Ernst Merz seine Gedichte vorträgt. Einige seiner Themen: die Goldschürfer, Goldschmiede, Polisseusen, Tüftler und die Rassler, die einst auf lauten, mit Eisen beschlagenen Sohlen durch die Gassen zogen.

Ein brutaler Doppelmord und ein mysteriöser Diebstahl in einer Pforzheimer Edelmetallscheideanstalt stehen dagegen in den beiden Kurzkrimis von Claudia Konrad und Uschi Gassler im Mittelpunkt. Das Premierenpublikum im ausverkauften Keller des Gasometers ist von so viel Abwechslung begeistert, spendet immer wieder tosenden Applaus und tritt den Heimweg erst nach der Zugabe an.