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Hat die Skandale hinter sich gelassen. Helene Hegemann (26). Foto: dpa/Kaiser
Hat die Skandale hinter sich gelassen. Helene Hegemann (26). Foto: dpa/Kaiser
15.08.2018

Große Namen wie Hegemann, Biller und Geiger: 20 Titel für Deutschen Buchpreis nominiert

Frankfurt/Main. Sie ist wieder ein Überraschungspaket: die in Frankfurt veröffentlichte Longlist zum Deutschen Buchpreis. Auf der Liste der 20 ausgewählten Autoren, die für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres nominiert wurden, stehen bekannte Autoren wie Maxim Biller oder das einstige literarische „Enfant terrible“ Helene Hegemann. Es fehlen aber auch prominente Namen wie etwa der von Bodo Kirchhoff, der einen vielgelobten neuen autobiografischen Roman vorgelegt hat. Aber Kirchhoff hat schon vor zwei Jahren gesiegt.

Dafür darf sich Arno Geiger, der 2005 als erster Autor den Deutschen Buchpreis gewann, erneut Hoffnungen machen. Mit dem im Januar erschienenen Roman „Unter der Drachenwand“, der überraschend im Frühjahr nicht für den Leipziger Buchpreis nominiert wurde, steht der Österreicher jetzt auf der Longlist. Angelika Klüssendorf („Jahre später“) hat es mit der Fortsetzung ihres Romanzyklus über das in der DDR aufgewachsene Mädchen April erneut auf die Longlist geschafft.

„Die Lage der Welt scheint den deutschsprachigen Autorinnen und Autoren auf den Nägeln zu brennen“, sagt Jury-Sprecherin Christine Lötscher. „Ihre Romane versuchen, diese Fragen in der ganzen poetischen Tiefe auszuloten, indem sie ihre Figuren als Reisende, Suchende oder Vertriebene ihre Vergangenheit und Gegenwart erkunden lassen.“ Am 11. September wird die Longlist von der Kritiker-Jury auf sechs reduziert (Shortlist). Bekanntgegeben wird der Gewinner dann zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 8. Oktober. In der kommenden Woche erscheint im Handel ein Taschenbuch mit Leseproben der nominierten Titel.

Die nominierten Autoren in alphabetischer Reihenfolge:

Carmen-Francesca Banciu: „Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten!“ (PalmArtPress), María Cecilia Barbetta: „Nachtleuchten“ (S. Fischer), Maxim Biller: „Sechs Koffer“ (Kiepenheuer & Witsch), Susanne Fritz: „Wie kommt der Krieg ins Kind“ (Wallstein), Arno Geiger: „Unter der Drachenwand“ (Carl Hanser), Nino Haratischwili: „Die Katze und der General“ (Frankfurter Verlagsanstalt), Franziska Hauser: „Die Gewitterschwimmerin“ (Eichborn), Helene Hegemann, „Bungalow“ (Hanser), Anja Kampmann: „Wie hoch die Wasser steigen“ (Carl Hanser), Angelika Klüssendorf: „Jahre später“ (Kiepenheuer & Witsch), Gert Loschütz: „Ein schönes Paar“ (Schöffling & Co.), Inger-Maria Mahlke: „Archipel“ (Rowohlt), Gianna Molinari: „Hier ist noch alles möglich“ (Aufbau), Adolf Muschg: „Heimkehr nach Fukushima“ (C.H.Beck), Eckhart Nickel: „Hysteria“ (Piper), Josef Oberhollenzer: „Sültzrather“ (Folio), Susanne Röckel: „Der Vogelgott“ (Jung und Jung), Matthias Senkel: „Dunkle Zahlen“ (Matthes & Seitz), Stephan Thome: „Gott der Barbaren“ (Suhrkamp) und Christina Viragh: „Eine dieser Nächte“ (Dörlemann).