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Die Regie von Jossi Wieler und Sergio Morabito lässt den mittelalterlichen Stoff von Ariodante unter Kampfsportlern spielen. Das gefällt bei der Premiere nicht jedem. Foto: Weissbrod
Die Regie von Jossi Wieler und Sergio Morabito lässt den mittelalterlichen Stoff von Ariodante unter Kampfsportlern spielen. Das gefällt bei der Premiere nicht jedem. Foto: Weissbrod
Ariodante (Diana Haller, Mitte) wirbt um Ginevra (Ana Durlovski). Foto: dpa
Ariodante (Diana Haller, Mitte) wirbt um Ginevra (Ana Durlovski). Foto: dpa
07.03.2017

Händels „Aridante“ im Boxring erntet heftigen Applaus

Mit einer sportlichen Note hat die Staatsoper Stuttgart Georg Friedrich Händels Ariodante als kämpferisches Spektakel in einem Boxring auf die Bühne gebracht. Wie bei einem Schaukampf betraten die Akteure am Sonntagabend erst in Trainingsklamotten mit Kapuzenumhängen die Bühne. Am Ende tanzten sie passend zur Musik in Barockkleidern. Es mögen diese Stilbrüche von Nina von Mechow (Bühne und Kostüme) gewesen sein, die einige Buh-Rufe im Premierenjubel auslösten. Die gingen allerdings unter in dem insgesamt heftigen Applaus mit Bravo-Rufen.

Das Regieduo mit Opernintendant Jossi Wieler und dem Dramaturgen Sergio Morabito konnte sich über ein extrem spielfreudiges und gesanglich bis in den letzten Ton fein abgestimmtes Ensemble unter Leitung von Dirigent Giuliano Carella freuen. Die Zuschauer empfingen Carella schon nach der Pause des insgesamt fast vierstündigen Abends mit überdurchschnittlichem Beifall.

Erzählt wird die Geschichte des Ritters Ariodante, gesungen von Mezzosopranistin Diana Haller. Ariodante verliebt sich in die Prinzessin Ginevra (Ana Durlovski). Beide sind füreinander bestimmt, wäre da nicht der heimtückische Herzog Polinesso (Christophe Dumaux), der ihr Glück vereiteln und Ginevra für sich haben will. Vor allem für den zart nuancierten Sopran der darstellerisch überragenden Durlovski und für den erfrischenden Countertenor Dumaux gab es immer wieder Szenen-Applaus.