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Freut sich bei seiner Vernissage auf Besucher und auf die Gespräche mit interessierten Menschen: Hartmut Häcker stellt ab dem morgigen Sonntag in der Künstlergilde Buslat aus. Fotos: Frommer
Freut sich bei seiner Vernissage auf Besucher und auf die Gespräche mit interessierten Menschen: Hartmut Häcker stellt ab dem morgigen Sonntag in der Künstlergilde Buslat aus. Fotos: Frommer
Der Künstler arbeitet mit Acryl, Lack und Ölfarbe.
Der Künstler arbeitet mit Acryl, Lack und Ölfarbe.
So entstehen Collagen, die häufig vor Farbe strotzen.
So entstehen Collagen, die häufig vor Farbe strotzen.
07.09.2018

Hartmut Häcker stellt farbstarke Gemälde bei der Künstlergilde Buslat aus

Neulingen. Seine Gemälde sind abstrakt – und müssen ohne Namen auskommen. Hartmut Häcker (Jahrgang 1965) nummeriert seine von ungewöhnlichen Farbkombinationen und waagrechten Linien geprägten Werke lieber, nach laufender Anzahl im jeweiligen Entstehungsmonat.

Ab Sonntag zeigt er Arbeiten, die alle in der Zeitspanne zwischen 2015 und 2018 entstanden sind, im Katharinenthaler Hof. Die Vernissage beginnt um 11 Uhr; die Laudatio übernimmt Norbert Jüdt von der Künstlergilde Buslat.

Beim Titel der jetzigen Ausstellung, die bis 30. September zu sehen ist, belässt es Hartmut Häcker nicht bei Zahlen und Ziffern. Sie heißt: „Is there Life on Mars?“ („Gibt es Leben auf dem Mars?“). „Das hat was mit David Bowies Song zu tun“, verrät er. Die wachen Augen hinter seiner schmucklosen Brille teilen sich ein leise schelmisches Lächeln mit dem keck nach oben gezwirbelten Schnurrbart. „Den höre ich gerne. Aber auch Punk, Klassik, Stones, Hard Rock oder Peter Gabriel. Querbeet, fast alles; bloß keine deprimierende Musik. Hin und wieder Jazz, beispielsweise Pat Me-theney oder Philip Glass. Auch bei der Arbeit.“ Das Mobiltelefon bleibt beim Malen hingegen in der Wohnung. „Ich bin dann einfach nicht erreichbar.“

Seine Arbeitsweise am Gemälde hat sich nach und nach entwickelt. Häcker, der an der Europäischen Kunstakademie in Trier studiert hat, beschreibt den Prozess, der ihn von kleinstrukturierten Werken wegbrachte, mit Worten und Händen: „1990 bis 2010 waren meine Arbeiten figürlich, zwar verfremdet und abstrahiert, aber das wurde mir irgendwann zu eng, zu klein, zu krustelig, zu unfrei. Zwei Jahre lang habe ich Farbe auf die Leinwände gekippt und mich dann gefragt: Lässt du das so stehen, oder pfriemelst du drin rum?“ Heute setzt Häcker bei seinen Farbcollagen auf einen Mix aus Aryl, Lack und Ölfarbe. Viele Strukturen arbeitet er nachträglich aus, teils mit Lösungsmittel.

„Die Schichten der Farben“, sagt Häcker, „müssen wenigstens antrocknen, bevor ich an einem Bild weiterarbeite. Sonst wird die Farbe stumpf oder grau. Wenn ich partout Grau haben will, nehme ich das lieber direkt von der Palette.“ Keine Angst, grau oder „senioren-beige“ kommt keines seiner Werke daher, eher farbstrotzend.

Häcker arbeitet in Karlsruhe als technischer Illustrator und engagiert sich seit Jahren bei Amnesty International. Er lebt im Enzkreis und schätzt den Südwesten: „Allzu viele Menschen wissen leider nicht, was wir für ein Glück haben, hier zu leben. Das beginnt in der Wohnung bei trinkbarem Wasser, das nicht von einem Brunnen herangeschleppt werden muss.“