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Sachbücher legen zu, Belletristik wird dagegen weniger verkauft. Foto: Hirschberger
Sachbücher legen zu, Belletristik wird dagegen weniger verkauft. Foto: Hirschberger
11.01.2019

Hauchdünnes Plus im Buchmarkt: Weihnachtsgeschäft rettet Händlern die Jahresbilanz

Frankfurt/Pforzheim. Aufatmen in der krisengeschüttelten Buchbranche: Ein solides Weihnachtsgeschäft hat der Branche im vergangenen Jahr ein minimales Plus beschert. Der Umsatz stieg nach vorläufigen Zahlen um 0,1 Prozent, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt mitteilte. 2017 war der Umsatz im Buchmarkt um 1,6 Prozent auf 9,13 Milliarden Euro geschrumpft.

Der traditionelle Handel vor Ort hat sich 2018 vom Einbruch im Jahr zuvor (minus drei Prozent) erholt. Dennoch sind die sogenannten Sortimenter mit 0,6 Prozent weiter im Minus.

Der Branchenverband sieht aber ein positives Zeichen. „Das Buch bleibt ein zentrales Medium der Unterhaltung, der Information und der Meinungsbildung“, sagt Börsenvereinsvorsteher Heinrich Riethmüller. Auch die von der PZ vor Weihnachten befragten Pforzheimer Händler waren mit den Geschäften 2018 trotz schwieriger Marktbedingungen zufrieden.

Die Zahlen zeigen allerdings auch, dass sich der Kaufschwund im Handel ungebremst fortsetzt. Der Absatz von Büchern – also die Zahl verkaufter Exemplare – ging im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent zurück. Höhere Preise konnten dies beim Umsatz jedoch wettmachen. Im Schnitt zahlte jeder Käufer exakt pro Buch 13,36 Euro – und damit 1,4 Prozent mehr.

Unter den Gattungen waren Sachbücher mit einem Plus von 5,5 Prozent die großen Gewinner. Auch Kinder- und Jugendbücher legten beim Umsatz mit 3,2 Prozent deutlich zu. Die Belletristik als bedeutendste Warengruppe – dazu gehören Romane und Krimis – liegt dagegen mit 0,9 Prozent im Minus. Deutlich rückläufig waren 2018 auch Reiseliteratur (minus 3,2 Prozent) und Ratgeber (minus 1,2 Prozent).

Vor allem der Druck auf die Sortimenter bleibt weiter hoch. Dazu passt die Nachricht, dass Deutschlands größte Buchhandelskette Thalia – wie gestern berichtet – mit der Nummer vier der Branche fusioniert, der Mayerschen Buchhandlung.