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Jimi Hendrix soll in Stuttgart auf diesem Stuhl gesessen haben. Foto: dpa
Jimi Hendrix soll in Stuttgart auf diesem Stuhl gesessen haben. Foto: dpa
22.12.2017

Haus der Geschichte würdigt die 1960er als Jahrzehnt des Aufbruchs

Stuttgart. Ein Stuhl, auf dem Jimi Hendrix gesessen haben soll, eine Aktentasche von Studentenführer Rudi Dutschke, die erste Antibabypille – anhand von 285 Exponaten würdigt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg bis Juni die 1960er-Jahre. „Es waren aufregende Jahre, in denen sich im Land so viel veränderte“, sagte Museumsleiter Thomas Schnabel bei der Präsentation der Ausstellung „... denn die Zeiten ändern sich“, der Übersetzung des Bob-Dylan-Songs „The Times They Are A-Changin‘“.

Die 1960er gelten als Ende der Nachkriegszeit, das Wirtschaftswunder schaffte ein radikal neues Lebensgefühl. „Etliche konnten sich nun den Plattenspieler, die Jeans oder gar den Trip nach London leisten“, berichtet Ausstellungsleiterin Paula Lutum-Lenger. Und die Jugendliche Frida Rothe aus Oberkollwangen im Schwarzwald leistete sich für den Abi-Ball in Calw ein knallrotes Minikleid. Zwar erst 1972, aber immerhin: der neue Mut der neuen Generation war dann auch auf dem Land angekommen.

Solche Geschichten erzählt die Ausstellung. Wie auch die einer Aktentasche, die Studentenführer Rudi Dutschke bei einem Aktivisten aus Stuttgart vergessen haben soll. Oder der Holzstuhl auf dem Legende Jimi Hendrix 1969 gesessen hat, als er am Rande einer Konzerttour in einem Musikgeschäft in Stuttgart Ersatzteile beschaffte. Die Schau zeigt auch, „dass die 1960er vielfach den Boden bereiteten für eine vielfältiger werdende Gesellschaft, Bürgerinitiativen oder die Frauen-, Friedens-, Umwelt- und Anti-Atomkraft-Bewegung“.