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Die gebürtige Pforzheimerin Jasmin Bayer sprüht vor Energie. Foto: Recklies
Die gebürtige Pforzheimerin Jasmin Bayer sprüht vor Energie. Foto: Recklies
11.11.2016

Heimspiel mit Wucht – Jasmin Bayer im Jazzclub 55

Pforzheim. Die in Pforzheim geborene und heute in München lebende Jasmin Bayer hat im Gasometer auf Einladung des Jazzclubs 55 ihre klingende Visitenkarte abgegeben. Gemeinsam mit Davide Roberts (Piano), Christos Asonitis (Schlagzeug), Peter Tuscher (Trompete und Flügelhorn) sowie Markus Wagner (Bass) stellte die Sängerin das im Sommer bei Enja-Records erschienene Debutalbum „Summer Melodies“ vor.

Dass der erste Auftritt von Jasmin Bayer „an einem tollen Ort“, so das Urteil der Musiker, aber zur Überraschung von Jazzclub-55-Macher Bibi Kreutz vor nur wenigen Zuhörern stattfand – gerade mal zwei Dutzend Jazzfreunde waren gekommen – ist schade. Denn die Vokalistin und ihre Kollegen hätten ein weitaus größeres Publikum verdient gehabt, wie nicht zuletzt der Beifall am Ende des Konzertes deutlich machte.

Mit diesem wurde das Quintett denn auch zu einem musikalischen Nachschlag verpflichtet. Diesem Wunsch kamen Bayer und Band denn auch mit dem Standard „Nature Boy“ aus der Feder von Eden Ahbez gerne nach.

Akustische Probleme

Dass Bayer und Band die Ballade glanzvoll zu interpretieren verstehen, daran ließen sie keinen Zweifel aufkommen – auch wenn der Konzertort akustisch nicht ganz einfach ist und die Betonwände im Untergeschoss des Gasometers gerade in den lauteren Passagen die Musiker immer wieder vor Herausforderungen stellt.

Dies wurde an diesem Abend mehrfach deutlich, denn das Ensemble hatte eine ganze Reihe von Songs im Gepäck, bei denen es druckvoll zur Sache geht.

Nicht zuletzt bei den Soli der Instrumentalisten, die sich mit ihrem Spiel gekonnt, aber dabei nie aufdringlich in Szene setzten. Wagner entlockte seinem Instrument wilde Bassläufe und Asonitis vermochte mit seinem dynamischen Schlagzeugspiel zu überzeugen.

Tuscher verstand es, sowohl mit sanften Klängen als auch mit druckvollem Spiel sein Können als versierter Bläser zu zeigen während Davide Roberts als Pianist die Sängerin mit einer solchen Leidenschaft begleitete, dass es pure Lust war, seinem Spiel zu lauschen.

Überwiegend Eigenkompositionen hatte die Band, die mit dem Auftritt ihre erste CD promotete, im Gepäck. Mal sang Bayer über die Empfehlungen ihrer Großmutter, das aus sich herauszuholen, was ihr als Talent mitgegeben wurde; mal huldigte sie dem bereits verstorbenen Vater mit einer lebendigen Komposition „Daddy“, die sie sehr dynamisch darbot.

Lust auf mehr machte zudem das eingängige Titelstück „Summer Melodies“, bei dem Jasmin Bayer die ganze Bandbreite ihres vokalistischen Talents ausspielte – sehr zur Freude der Zuhörer.