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Ausgefallen und urkomisch: Benny, Flex, Manne und Selle (von rechts) zeigen bei ihrem „Welttour“-Stop in Langenalb viel Elan und trockenen Humor. Foto: Molnar
Ausgefallen und urkomisch: Benny, Flex, Manne und Selle (von rechts) zeigen bei ihrem „Welttour“-Stop in Langenalb viel Elan und trockenen Humor. Foto: Molnar
15.05.2017

Herrn Stumpfes Zieh & Zupf Kapelle: die etwas andere Hausmusik

Straubenhardt. Das muss erst einer nachmachen – bei einem Lied zwischen unzähligen Instrumenten zu wechseln. Benny, Selle, Manne und Flex tun das ganz selbstverständlich, tauschen Gitarre mit Klarinette, Trompete, Posaune, Gitarre, Ziehflöte, Klavier, Kontrabass oder Schlagzeug. Was dabei herauskommt, ist eine schräge Mischung aus Urwald-, Fata-Morgana- und Südamerika-Stimmung. Doch nicht nur das letzte Lied „Caravan“ der Herrn Stumpfes Zieh & Kapelle begeistert mehr als 300 Zuhörer bei den Musiktagen in der Festhalle Langenalb. Es ist der ureigene Stil-Mix aus Jazz, Country, Folklore, Latin und schwäbischem Heavy Metal, den die Kultband mit ihrem neuen Soloprogramm „Heut nemme ond morga net glei“ auf der mit altmodischen Stehlampen ausstaffierten Wohnzimmer-Bühne auslebt – mit über 20 Instrumenten.

Vor allem aber sind es die Texte auf Schwäbisch, die brüllend komisch sind und von heimatlichen Lebensweisheiten erzählen. Die vom Traumberuf „Dagdiab“ (Tagedieb)etwa oder vom „batschenden Muggagitter-Mo“ – einem Insektenschutzgitter-Installateurmeister. „Bleede Witze“ werden natürlich auch gemacht. Und wer die vier „skrupellosen Hausmusiker“ kennt, der weiß, dass Vesperbrote ins Publikum fliegen – mit dem Kommentar: „Das sieht aus wie in der Wilhelma“. Trockener Humor paart sich mit nachdenklichen Tönen und jeder Menge Fetz: Dann etwa, wenn sich Benny Jäger bei „Sei wie Du“ rittlings auf seinen Kontrabass legt. Ganz nebenbei zaubert er schönsten Trompetenklänge – und bekommt von „Flex“ die Haare angesengt. Michael Flechsler sorgt nämlich beim Chanson „J‘aime les filles“ mit Zigarette für Nebel. Überhaupt ist es der wilde Blondschopf, der mit seinem aus Klingel, Tröte und Becken gebauten Waschbrett eine ausgefallene Note beimischt.

Herrlich, wie sie im Rhythmus wie Hunde hecheln, A-Cappella über des Mannes bestes Stück – das „Bemberle“ – singen und den Zuschauern zum Abschied die Hand schütteln. Ein „Welttour“-Stop in einer „Metropole“, der rundum begeistert.