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© Ketterl
09.07.2015

Heute startet das große „Lesewohnzimmer“ auf dem Marktplatz

Eigentlich ist es ganz einfach: Man nimmt ein Buch in die Hand und begibt sich schwuppdiwupp in eine andere Welt. Und zwar ohne dabei nebenher auf Facebook zu schielen, die neuesten Mails abzurufen oder zu schauen, welche Whats-App-Nachricht gerade eingegangen ist.

„StadtLesen“, sagt Sebastian Mettler, „will dem Lesen eine Bühne bereiten und vielen Menschen zeigen, wie genussreich, wie werthaltig und wie glückbringend Lesen ist.“ Seit sieben Jahren öffnet er sein öffentliches „Lesewohnzimmer“ in verschiedenen Städten Deutschlands und Österreichs. Und auch in Pforzheim lädt er von heute an ein, in den entspannten Lesegenuss einzutauchen.

StadtLesen verwandelt den Marktplatz bis Sonntag in eine gemütliche Leseoase. Über 3000 Bücher aus allen Genres und bequeme Lesemöbel stehen zum Schmökern bereit. Bei freiem Eintritt, unter freiem Himmel. Der Entwickler und Erdenker von StadtLesen freut sich auf die Neuauflage in der Goldstadt, haben doch seine Erfahrungen gezeigt, wie wichtig dieses Angebot ist: „Die Richtigkeit unseres Tuns bestätigt sich nicht nur in Tests, in denen Lesekompetenz gemessen wird. Unser Maßstab sind die vielen Menschen, die sich bei unseren Aktionen einfinden, begeistert schmökern, glücklich in die Welt der Bücher versinken.“ Und der Chef der Innovationswerkstatt Salzburg ist sich sicher: „Lesen bringt nicht eine Welt in den Kopf, Lesen ist eine Welt im Kopf – eine ganz individuell erdachte.“ Und was spielt sich in Pforzheim ab? Bis Sonntag, täglich von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, steht der Marktplatz im Zeichen der Lesefreude. Ein Buch am Bücherturm aussuchen, sich einen Sitzsack schnappen und eintauchen ins Buchstabenmeer. Warme Decken liegen für kühlere Leseabende bereit und Sonnenschirme spenden tagsüber Schatten. An der Readers Corner darf aus eigenen Werken gelesen werden. Zudem gibt es auf der Lesebühne ein reiches Programm: von berühmten Autoren, über Schriftstellerinnen aus der Region bis hin zu vorlesenden Persönlichkeiten aus Pforzheim und den jungen Siegern des Schreibwettbewerbs der „Pforzheimer Zeitung“. Zudem steht der Freitag unter dem Motto „Integration“ – alle Bürger mit Migrationshintergrund sind eingeladen, in ihrer Muttersprache selbst verfasste Texte zu präsentieren. Auch Kulturamtsleiterin Isabel Greschat freut sich schon auf diesen Höhepunkt des Kulturfestivals: „Der Marktplatz wird zum Open-Air- Lesezimmer, zu einem Ort, an dem 3000 Einheiten Fantasie öffentlich bereitstehen – diese Vorstellung ist so schön, dass schon vor mehr als zwei Jahren klar war: Das wünschen wir uns für Pforzheim, das möchten wir in unserem Kulturfestival WerkStadt auf jeden Fall dabei haben.“