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So viele Besucher hatte der Quartiersplatz an der KF 102 noch nie, wie gestern Abend bei der Einweihung der Skulpturenmeile, zu der auch die Plastik „Calla“ gehört, die Claudia Baumbusch gerade beschreibt.
23.10.2015

„Hier kommt die Kunst zu den Bürgern“: Skulpturenmeile an der KF eingeweiht

Ist das nicht großartig!“ Oberbürgermeister Gert Hager lässt den Blick über die dicht gedrängten Menschenmassen auf dem Quartiersplatz an der KF 102 schweifen – und freut sich. Über das, was hier im Sanierungsgebiet in den vergangenen fünf Jahren entstanden ist und über das, was hier gerade passiert. Feierlich – mit Musik und Sekt – wird sie eingeweiht, die neue Skulpturenmeile an der KF.

Bildergalerie: Kunstwerke von René Dantes an der KF

Die fünf Großplastiken des Bildhauers René Dantes, von dem Pforzheimer Künstler speziell für diese Straße gefertigt und selbst finanziert, präsentieren sich eindrucksvoll auf der Strecke zwischen den Kreuzungen Alexander-Wellendorff-Straße im Osten und Hans-Sachs-Straße im Westen (die PZ hat berichtet). Für den Oberbürgermeister ist klar: „Das macht Eindruck, wenn man hier entlangspaziert, das lädt ein, hier zu wohnen und zu leben.“ Hagers besonderer Dank gilt Quartiersmanager Axel Baumbusch, der in den vergangenen Jahren viele kleine und große Sorgen der Bewohner geteilt und gelöst habe – „unabhängig von Uhrzeit.“

Ganz besondere Bewohner

Auch für Stadtplaner Reinhard Maier ist die Skulpturenmeile ein weiteres wichtiges Puzzleteil zur Aufwertung des Quartiers. Seit dem Jahr 2007 arbeite die Stadtverwaltung an der Sanierung, seien Begegnungsplätze entstanden, hätten private Bürger rund 20 Millionen Euro in ihre Gebäude investiert. Im Jahr 2018 sollen sich diese vielen Puzzleteile zu einem großen Ganzen zusammenfügen, um ein vielfältiges, lebenswertes Quartier zu schaffen. „Vor allem gibt es etwas ganz Besonderes hier“, sagt Maier: „die Bewohner.“ Sie hätten höchst engagiert und ehrenamtlich im Quartiersrat die Entwicklung begleitet. Und aus ihren Reihen sei auch der Vorschlag für die Skulpturenmeile gekommen. „Da ist kein Projekt von außen aufgestülpt worden, sondern hier hat sich aus dem Quartier heraus etwas entwickelt. Das sorgt für Nachhaltigkeit“, betont der Stadtplaner. Und er genießt es sichtlich, den Bewohnern der Kaiser-Friedrich-Straße „ihren Stolz zurückzugeben“, der in den vergangenen Jahren verloren gegangen sei: „Es gibt in Pforzheim nicht viele Straßen, die nach einem Kaiser benannt sind.“

Einer, der ganz maßgeblichen Anteil am Ruf der neuen KF hat, ist der Bildhauer René Dantes mit seinem Atelier an der KF 47. „Er saß als Mitglied im Quartiersrat mit den Anwohnern, den Sanierungsfachleuten und den Quartiersmanagern zusammen, diskutierte und debattierte mit ihnen über die Zukunft des Viertels. Entwickelte sich zum Multiplikator nach drinnen, aber vor allem auch nach außen“, schildert Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch. Für die Beauftragte für kulturelle Bildung ist ganz klar: „Hier kommt die Kunst zu den Bürgern.“

Eine Kunst, die sich im intensiven Dialog mit der Natur auseinandersetze. Etwa in den beiden Zyressen-Skulpturen aus Edelstahl, „die sich dem Raum und dem Licht öffnen und somit die Bühne freigeben für ein großartiges Schauspiel an Lichtbrechungen, -spiegelungen und Hell- und Dunkelverläufen.“ Anhand der Plastik „Calla“ erläutert sie die große Meisterschaft von René Dantes, zeigt auch bei den weiteren vier Großplastiken auf, wie sich zur realen Natur der neuen Baumpflanzungen eine künstlerisch sublimierte Natur geselle, „die sich um botanische Genauigkeit nicht schert, sondern die der Diversität, Lebens- und Gestaltungsfreude im Quartier ein begeistertes und begeisterndes Monument setzt.“