nach oben
Rea Garvey will mit den Songs auf seinem neuen Album „Prisma“ etwas bewegen. Fotos: Heimken
Rea Garvey will mit den Songs auf seinem neuen Album „Prisma“ etwas bewegen. Fotos: Heimken
07.10.2015

Hinsehen und aufstehen: Rea Garveys neues Album „Prisma

Berlin. In der Physik ist ein Prisma ein Gegenstand, der Licht bricht. Auf der einen Seite hereingeschickt, kommt es auf der anderen aufgefächert als Spektrum wieder heraus, bunte Regenbogenfarben erscheinen. Diesem Prinzip folgt Rea Garvey mit seinem Album „Prisma“, die neuen Songs klingen nicht etwa einheitlich und gemäß einem bestimmten Schema durchgestylt, sie sind teils sehr unterschiedlich.

Kraftvoll und eindringlich

Der 42-Jährige präsentiert in dem Album, das jetzt bei Universal Music erschienen ist, verschiedene Stile und Schattierungen der Musik. Hier klingt es folkig und hausgemacht, dort kraftvoll und eindringlich, an anderer Stelle geht es leiser und bedächtig zu. Beim „Fisher Song“ beispielsweise kommt Kneipenatmosphäre auf, es hört sich an, als wenn Garvey im Irish Pub vor kleinem Publikum spielt. Bei „I’m All About You“ singt der Ire sanft. Ganz anders wiederum – energiegeladen und melodisch – klingt die erste Single-Auskopplung „Armour“, die Stimme ist klar und präsent.

War er bisher vor allem mit emotionalen Songs erfolgreich, so fordert er seine Fans nun auf, hinzusehen und aufzustehen. Kurz und knapp lautet seine Botschaft: „get loud“.

Am Boden zerstört

Er sei in jüngster Zeit konfrontiert mit Dingen, die er nicht gut finde, die ihn unglücklich machen. „Meine Naivität verletzt mich oft“, so Garvey mit Blick auf die sozialen Medien, „ich lese Dinge und bin am Boden zerstört, weil ich sie nicht wahrhaben will. Nachrichten und Informationen machen mich manchmal kaputt.“

Deutlich wird das zum Beispiel beim Song „Armour“ (Rüstung). „Eigentlich habe ich immer gedacht, ich brauche keine Rüstung“, so der Musiker, doch er sei eines Besseren belehrt worden. Martin Klostermann

www.reagarvey.com