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Immer im Mittelpunkt: Helene Fischer. Foto: Berg
Immer im Mittelpunkt: Helene Fischer. Foto: Berg
In luftiger Höhe proben die Tänzer in der Dortmunder Westfalenhalle für die Helene Fischer Tour 2017/18. Foto: Berg
In luftiger Höhe proben die Tänzer in der Dortmunder Westfalenhalle für die Helene Fischer Tour 2017/18. Foto: Berg
07.09.2017

Hoch, höher, Helene Fischer - neue Tour beginnt in Kürze

Dortmund. Helene Fischer tanzt. „Ein Viva la Vida, ein Hoch auf diesen Tag, weil ich das Leben so mag!“, schallt es aus den Boxen – es ist eines ihrer Lieder. Es klingt nach Spanien und Sonne. Die Realität ist aber eine andere. Man ist in Dortmund. Es ist September. Und Deutschlands größter Show-Star („Atemlos“) steht in einer Räumlichkeit, die den kargen Charme einer Sporthalle versprüht. Sie blendet das aus. Ein paar Schritte zurück, die Arme hoch: „Viva la Vida!“ Ziemlich bald dürfte man den Tanz in einem pompöseren Umfeld sehen. Am 12. September beginnt in Hannover die neue Tour von Helene Fischer, sie soll gigantisch werden.

So gigantisch, dass man für die Proben die Dortmunder Westfalenhalle und auch Nebenräume – etwa für das Tanztraining – blocken musste. Wenn Helene Fischer kommt, ist nur noch wenig Platz für anderes. „Ich habe mit dieser Show bewusst eine Herausforderung für mich gesucht und habe sie auch bekommen“, sagt Fischer. Sie meint damit auch die körperlichen Strapazen. Denn: Die neue Produktion entsteht in Zusammenarbeit mit Akrobaten des Cirque du Soleil. Fischer muss durch die Luft wirbeln, springen, an Seilen fliegen. Dafür braucht sie viel Kraft – auch in den Armen. „Ehrlich gesagt habe ich mich immer ein wenig zurückgehalten, viele Klimmzüge und Bizeps-Übungen zu machen, da ich dazu neige, schnell Muskeln – vor allem im Oberkörper – aufzubauen“, sagt sie. Aber nun müsse das sein.

In der Westfalenhalle steht eine 26 Meter breite Riesen-Bühne. Vormittags sind Artistik-Proben, nachmittags spielt dort die Band, am Abend gibt es Einzelproben, und in der Nacht läuft die Lichtprogrammierung. Parallel wird im Tanzstudio geschwitzt und in einer eigens eingerichteten Schneiderei an Kostümen gebastelt. Sogar ein Physiotherapeut ist dabei.

Mit 33 Trucks unterwegs

Vielfach wurde die Technik extra für die Show angefertigt. Allein rund 110 Tonnen hängen an der Decke. „Das ist alles extrem aufwendig. Wir haben 33 Trucks, die das Material zwischen den Tour-Orten bewegen“, sagt Alexander Spengler, verantwortlich für die technischen Abläufe. Er hat Fischer seit dem Anfang ihrer Karriere begleitet. „Man kann sagen, dass sich die Produktionsgröße von Tour zu Tour verdoppelt hat.“ An den Stationen soll der Aufbau rund 30 Stunden dauern, viel mehr als bei anderen deutschen Produktionen. Dafür bleibt allerdings auch alles länger stehen als normal. Fischer tritt nicht jeden Tag in einer anderen Stadt auf – sie gastiert immer gleich eine ganze Woche.

Es ist allerdings auch ein schmaler Grat. Die Deutschen mögen Perfektion, aber keine Stars aus einem anderen Universum. Und dann so ein Gigantismus? „Es ist eine große Bühne, aber sie soll zugleich intim wirken, also klein“, besänftigt Omar Sharif Mukhtar, der sich die neue Show ausgedacht hat.

Man feiere mit der Show auch ihre Karriere, die gerade einen Höhepunkt erreicht habe. „Sie hat Deutschland erobert. Wir wollen ihr helfen noch einen Schritt weiter zu gehen. Sie kann noch mehr erobern, nicht nur Europa.“ Helene Fischer allerdings argumentiert eher im Hier und Jetzt. „Ich bin jetzt 33 Jahre alt. Ich weiß nicht, ob ich diese Art von Show in zehn Jahren auch noch machen möchte.“ Fast 70 Shows wird sie spielen. Und dann noch eine Stadion-Tour. Und danach? „Ich glaube, dann mache ich erstmal Urlaub.“