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Rosa Kartons für Mädchen, blaue für Jungs: Bettina Schönfelder, Geschäftsführerin des Kunstvereins, und Thomas Hensel, Professor für Kunst und Designtheorie, im vergangenen Mai bei der Ausstellung zum Thema „Luxus“ im Alfons-Kern-Turm, den die Hochschule künftig noch häufiger mit Projekten bespielen und zu einem Schaufenster für Design entwickeln will. PZ-Archiv
Rosa Kartons für Mädchen, blaue für Jungs: Bettina Schönfelder, Geschäftsführerin des Kunstvereins, und Thomas Hensel, Professor für Kunst und Designtheorie, im vergangenen Mai bei der Ausstellung zum Thema „Luxus“ im Alfons-Kern-Turm, den die Hochschule künftig noch häufiger mit Projekten bespielen und zu einem Schaufenster für Design entwickeln will. PZ-Archiv
Studenten arbeiteten dieses Jahr an den Möbeln des Café Roland, das zu einem festen Bestandteil des Hochschullebens geworden ist.
Studenten arbeiteten dieses Jahr an den Möbeln des Café Roland, das zu einem festen Bestandteil des Hochschullebens geworden ist.
19.12.2017

Hochschule Pforzheim macht sich für Ornamenta stark

Das zu Ende gehende Jahr war dank des „Goldstadt 250“-Jubiläums auch für die Hochschule ein Besonderes. „Uns ist es ein Anliegen, dass die positive Energie, die Dynamik und die Förderbereitschaft der Unternehmen nicht verpuffen, sondern der Standort nachhaltig gestärkt wird“, sagt Rektor Ulrich Jautz.

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Engagement der Hochschule in Sachen Kultur, die sich als wichtigen Standortfaktor und Imageträger in der Stadt sieht.

Wie hat sich die Hochschule ins Jubiläumsjahr eingebracht?

Höhepunkt war, dass sich die Fakultät für Gestaltung ein ganzes Semester über alle Studiengänge hinweg mit dem Thema Luxus befasst hat. „Ein Novum“, sagt Thomas Hensel, Professor für Kunst und Designtheorie. Das mündete in eine öffentliche Designwoche statt der üblichen zweitägigen Werkschau und in eine Ausstellung im Alfons-Kern-Turm. Zudem gab es Symposien, eine lange Nacht der Wissenschaften, eine Kinder-Uni-Veranstaltung, einen Werkstofftag sowie das Projekt „PF Revisited“, bei dem alte, traditionelle Fertigungsverfahren der Schmuckherstellung anschaulich gemacht wurden. „All das hat gezeigt, wenn Stadt und Hochschule zusammenarbeiten, kann Großartiges entstehen“, so Hensel.

Will die Hochschule daran anknüpfen?

Ja, mit einem Schaufenster für Design im Alfons-Kern-Turm, wie Michael Throm, Dekan der Fakultät für Gestaltung, sagt. „Wir wollen Projekte sichtbar machen, die normalerweise im stillen Kämmerlein stattfinden. Und uns fragen, wie wir unsere Kurse öffnen können – gemeinsam mit Partnern, der Stadt und Unternehmen.“ Los geht es am 9. Februar mit einer Schau des Studiengangs Visuelle Kommunikation unter dem Titel „Alfons ins Licht“. Man wolle interessierte Bevölkerungsgruppen aber auch jenseits klassischer Ausstellungen abholen, etwa mit Live-Streams und Diskussionsabenden, mit dem Turm und seinem rauen Charme als „offenes System“. Auch die Veranstaltungsreihe Artefakte soll weitergehen.

Und wie positioniert sich die Hochschule zu einer zweiten Ornamenta im Jahr 2022?

„Wir wollen das, ohne Wenn und Aber“, sagt Throm. Dass solche kulturellen Ausrufezeichen in der Außenwirkung notwendig und wichtig sind, habe das Jubiläumsjahr gezeigt. Mit einer „Ornamenta II“ solle sich Pforzheim nicht als Weltstadt des Schmucks präsentieren, sondern die Transformation: Was bedeuten Ornament/ Schmuck/Muster in der heutigen Zeit? Dazu sei die Hilfe externer Kuratoren notwendig, die die Ausrichtung prägten. In einem Beirat könne sich die Hochschule mit ihren Kompetenzen in Design und Technik einbringen. Sie habe bereits 2009 ein Ornamenta-Konzept erstellt, das sich „wie eine Krake durch die Stadtgemeinschaft“ ziehe. „Wir sind der Meinung, dass eine Ornamenta einen großen Mehrwert für die Stadt bedeuten könnte“, so Throm. Nur die Mehrkosten zu betrachten, sei zu kurz gedacht, ergänzt Hensel. Wie die documenta in Kassel zeige, sei der Rückfluss um ein Mehrfaches höher, bei Tourismus und Einzelhandel, weichen Faktoren wie Lebensqualität, aber auch monetär. Hensel ist überzeugt: „Mit einer Ornamenta II wird es auch Schwimmbäder in der Stadt geben.“