nach oben
Ralf Illenberger und Peter Autschbach (rechts) sind bei einem ihrer seltenen Konzert im Kulturhaus Osterfeld zu erleben.  Frommer
Ralf Illenberger und Peter Autschbach (rechts) sind bei einem ihrer seltenen Konzert im Kulturhaus Osterfeld zu erleben. Frommer
24.11.2015

Illenberger und Autschbach: musikalische Seelenverwandte

Pforzheim. Ein Gitarren-Duo mit blindem Spielverständnis: Der musikalische Dialog von Ralf Illenberger und Peter Autschbach ist derart eng und raffiniert verzahnt, dass es einer Untertreibung gleichkäme, sie nur als „Brüder im Geiste“ zu bezeichnen.

„Die Synapsen gehen da quer“, bringt Peter Autschbach humorvoll das intuitive und homogene Zusammenspiel mit Ralf Illenberger im Kulturhaus Osterfeld auf den Punkt. Dennoch sind Auftritte des kongenialen Gitarren-Duos eher selten, denn der aus Fellbach stammende Ralf Illenberger lebt seit inzwischen gut 20 Jahren in Sedona, Arizona. Was Illenberger und Autschbach an der zwölf- und sechssaitigen Gitarre in allerbestem Fingerstyle zaubern, hat durchgängig eine ureigene Handschrift, bleibt gleichzeitig im höchsten Maß spannend, weil stets abwechslungsreich. Mit nahezu allen Kompositionen von Autschbach, Illenberger und von dessen früherem Duo-Partner Martin Kolbe könnte man jederzeit ein Roadmovie adeln. Wenn Illenberger bei der Zugabe einen E-Bow (ein Effektgerät) an die Saiten seiner mit viel Hall verstärkten Gitarre presst, werden akustische Erinnerungen an das Intro zu Chris Issacs Song „Wicked Game“ lebendig, und sobald Autschbach die für ihn speziell angefertigte E-Gitarre bedient, lässt für einige Klangmomente Carlos Santana grüßen.

Virtuoses Fingerpicking

Kontinuierlich geprägt wird das gemeinsame Spiel von virtuosem Fingerpicking mit oft beeindruckend hoher Schlagzahl. Zeitlos schöne Stücke, wie beispielsweise der aus der Feder von Kolbe und Illenberger stammende Titel „Break“, setzen sie dabei teils mit unterschiedlichen Saitenstimmungen um: Autschbachs sechssaitige Gitarre ist bei „Break“ in A-D-G-C-E-A gestimmt, Illenbergers Instrument hingegen in D-A-D-F-A-D. Der Sound, der so entsteht, hat eine Magie, die jeden Zuhörer einfängt und nicht mehr loslässt.

Im Kulturhaus Osterfeld gibt sich das Publikum dann auch keineswegs mit nur einer Zugabe („Rumble“) zufrieden, sondern ertrotzt sich mit „Ballad“ eine weitere.