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Im Interview bei den Proben im Gasometer: PZ-Redakteur Michael Müller (links) mit Choreograf Damian Gmür. Das Video ist im Internet zu sehen auf www.pz-news.de sowie auf der Facebook-Seite der „Pforzheimer Zeitung“.  Foto: Haymann 

Im Rausch der Tiefe: Tänzer tauchen ins Korallenriff im Gasometer ein

Pforzheim. Das Umfeld könnte kaum imposanter sein: In die Unterwasserwelten des Great-Barrier-Reef-Panoramas des Künstlers Yadegar Asisi entführt die vierte Ausgabe von „Tanz pur“ des Balletts am Theater Pforzheim. Premiere des Stücks ist heute um 20 Uhr im Gasometer. Nach Schloßkirche, Emma-Jaeger-Bad und dem Schmuckmuseum im Reuchlinhaus erschließt sich das Ensemble erneut einen ungewöhnlichen Raum für zeitgenössische Choreografie.

Die neuen Arbeiten stammen von Damian Gmür, Edan Gorlicki aus Israel und einem Kollektiv aus dem südschwedischen Linköping. Gmür ist Choreograf, Trainingsleiter und Vize-Ballettdirektor in Pforzheim. Im Live-Interview mit PZ-Redakteur Michael Müller hat er erklärt, wie er sich von dem besonderen Ort und der Symbolkraft des Great Barrier Reefs inspirieren ließ und wie er vor Ort mit den Tänzern arbeitet. Gmür, der sein Werk bei der Vorstellung als zweites Stück präsentiert, choreografiert Tanz so, wie er Bewegung fühlt. Nicht die Form sei wichtig, sondern wie sich Bewegung anfühlt – „in einer digital überwachten Gesellschaft, in der es keine Konzepte mehr für Berührung der Körper außerhalb der Liebe und des Kriegs gibt“.

Die Sorge um die Welt, Erfahrungen von Verlust und Tod, aber auch Potenziale einer Neubesinnung in Verbindung mit dem Leben haben Gmür während des Kreationsprozesses seiner Arbeit „Wolken die uns nicht tragen“ beschäftigt.

Künstler Yadegar Asisi sieht in der Produktion eine spannende Symbiose: „Raum trifft auf Bewegung und das verbindende Element ist die Emotion.“