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Sibylle Schüssler und Rainer Bartels beim Gedankenaustausch. Foto: Moritz
Sibylle Schüssler und Rainer Bartels beim Gedankenaustausch. Foto: Moritz
03.06.2019

„Impressa 2“: überraschende Ergebnisse bei Podiumsdiskussion in der Stadtbibliothek

Pforzheim. Um die Zukunft von Literatur braucht man sich keine Sorgen zu machen, obwohl eine Umbruchszeit herrscht, die manches verändern wird. Das ist das Fazit der Impressa 2, zu der die Sektion Literatur im Kulturrat in die Stadtbibliothek eingeladen hatte. Trotz Sommerwetters stieß die Veranstaltung auf reges Interesse beim offensichtlich sehr literaturaffinen Publikum.

Die 1985 gegründete Sektion Literatur macht seit einiger Zeit wieder auf sich aufmerksam, dazu gratulierte Kulturdezernentin Sybille Schüssler in ihrer Begrüßung und warb dafür, die Literaturangebote in Pforzheim zu nutzen und sie zu unterstützen.

Rainer Bartels, Sprecher der Sektion Literatur, berichtete, dass sich der Mitgliederbestand von genau einem Mitglied vor drei Jahren durch die sehr erfolgreiche Impressa 1 im Jahr 2018 schlagartig auf 50 gesteigert habe. Sprache sei ein wichtiges Instrument von Freiheit und Demokratie, den Umgang mit ihr zu fördern und zu pflegen eine Aufgabe der Sektion Literatur, so Bartels.

Die Impressa 2 bot Autoren, Verlagen und Buchhandlungen aus Pforzheim eine Plattform. Dabei waren das Autorenforum Phoenix und die Goldstadtautoren Pforzheim e. V.. Jeff Klotz präsentierte zahlreiche lokalhistorische Publikationen seines Verlages. Die Buchhandlungen Thalia, Nordstadt Buchhandlung und Uwe Mumm sowie der Kulturrat warben mit umfangreichem Material. Eine Abiturientengruppe des Reuchlingymnasiums beschäftigt sich in einem Projekt mit Lore Perls, der Erfinderin der Gestalttherapie und stellte den Lore-Perls-Preis vor (die PZ berichtete).

Chefdramaturg Peter Oppermann und Autor Marc Pommerening stellten die Entstehung des Auftragswerks „Cordiers Spuren“ vor , das am selben Abend seine Welturaufführung im Theater Pforzheim hatte (siehe oben die Premierenkritik).

Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Vom Schreiben und Lesen“ beleuchteten die aus Engelsbrand gebürtige Autorin Beate Rygiert, der Freiburger Kunstverleger Dieter Weber, der Karlsruher Buchhändler Paul Kaufmann und die Kulturjournalistin Barbara Renno vom SR 2 Status quo und Zukunft der Literatur, moderiert von Professor Hansgeorg Schmidt-Bergmann, unter anderem Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe.

Überraschendes Ergebnis: durchweg alle Diskutanten prognostizieren der Literatur eine gute Zukunft – wenn auch, beeinflusst durch Digitalisierung und soziale Netzwerke, in veränderter Form. Beate Rygiert und Paul Kaufmann etwa konnten keine Änderung des Leseverhaltens feststellen: „Auch die Jugendlichen greifen zum Buch, entscheidend ist der Einfluss des Elternhauses“. Literaturjournalistin Barbara Renno betonte, dass es wichtig ist, Menschen Zugang zu einer souveränen Nutzung aller Literaturformen, auch der digitalen, zu vermitteln.