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Der ungarische Posaunist Peter Vámosi und Kirchenmusikdirektor Karl Echle an der Orgel musizierten in der Kieselbronner Stephanus-Kirche. Foto: Schott
Der ungarische Posaunist Peter Vámosi und Kirchenmusikdirektor Karl Echle an der Orgel musizierten in der Kieselbronner Stephanus-Kirche. Foto: Schott
23.11.2017

Intensives Konzert für Orgel und Posaune in Kieselbronn

Kieselbronn. Die Kieselbronner Stephanus-Kirche ist kein großes Gotteshaus, aber ein sehr schmuckes und wegen seiner guten Akustik auch beliebt für musikalische Aufführungen. Bei Kennern sehr geschätzt ist auch die ebenfalls „kleine, aber feine“ Orgel, die vor neun Jahren neu eingebaut wurde. Bereits zum dritten Mal nach 2012 und 2014 haben nun Organist Karl Echle und der ungarische Posaunist Péter Vámosi in der Kieselbronner Kirche auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde ein Konzert gegeben.

Kirchenmusikdirektor Echle, Jahrgang 1958, ist Regionalkantor für die Dekanate Freudenstadt und Calw und als bischöflicher Orgelsachverständiger ein besonders ausgewiesener Experte für die „Königin der Instrumente“. Ihre Vielfalt und Bandbreite aufzuzeigen und virtuos auszuschreiten, hat sich Echle in den Orgelstücken des abendlichen Konzerts zur Aufgabe gemacht.

Zuhörer beeindruckt

200 Jahre Musikgeschichte wurden den Zuhörern exemplarisch vorgeführt in Gestalt von Dietrich Buxtehudes „Präludium g-Moll“ (Werkeverzeichnis Nr. 149), Justin Heinrich Knechts „Thema mit vier Veränderungen“ und Felix Mendelssohn Bartholdys „Orgelsonate Nr. 4 B-Dur“ (Opus 65/4).

Nicht häufig hört man Orgel und Posaune zusammen. Eigentlich schade, sagen Karl Echle und Péter Vámosi, denn die Posaune harmoniere als dasjenige Blechinstrument mit dem größten Tonintervallumfang sehr gut mit dem großen Kircheninstrument. Seit 13 Jahren musizieren Echle und Vámosi (Jahrgang 1970) zusammen. Beide beeindruckten die Zuhörer mit der Darbietung des ursprünglich für Oboe und Orchester geschriebenen „Konzerts c-Moll“ von Georg Philipp Telemann, das sie später auch als Zugabe wiederholten. Der Kieselbronner Stephanus-Kirche wie auf den Leib geschrieben war das letzte Stück des Abends, eine Fantasie für Posaune und Orgel mit dem Titel „Der Erzengel Michael besiegt den Drachen“. Denn das große Kriegsdenkmal an der Mauer des Kieselbronner Kirchhofs hat genau diese Szene zum Gegenstand, worauf Pfarrer Markus Mall in seiner Begrüßung die Konzertbesucher hinwies.

Kampf von Gut gegen Böse

Unschwer war der musikalisch abgebildete Kampf zwischen Gut und Böse in dem erst 2013 geschriebenen Stück des Komponisten Zoltán Kollonay (Jahrgang 1964) zu verfolgen. Auch Kollonay ist in der Kieselbronner Stephanus-Kirche kein Unbekannter: Im vergangenen Jahr hatte der ungarische Organist dort ebenfalls ein Konzert gegeben.