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Cheftrommlerin Kaoly Asano.
Cheftrommlerin Kaoly Asano.
02.08.2017

Japanische Formation Gocoo gastiert beim Calwer Klostersommer

Wenn Künstler schon zum dritten Mal beim Hirsauer Klostersommer auftreten dürfen, muss es sich um ein außergewöhnliches Spektakel handeln. Für die 14 Trommler der japanischen Formation Gocoo trifft dies ohne Abstriche zu.

Im nicht ganz ausverkauften Kreuzgang der Klosterruine inszenieren die acht Frauen und sechs Männer ein wirbelndes Konzerterlebnis, das nicht nur die Band aus dem fernen Osten in Trance und Ekstase versetzt, sondern auch ein Zeugnis dafür ist, wie weltumspannend Musik sein kann. Kosmische Beats, Folkloristisches aus Japan und anderen Ländern, World & Roots-Klänge, Rock, Pop und Alternative Musik sind unschwer zu erkennen.

„Guten Abend, wir sind Goocoo. Wir freuen uns, Euch zu sehen“, begrüßt eine Trommlerin nach den ersten beiden Stücken in perfektem Deutsch die Zuhörer, um ein paar Sätze auf Japanisch folgen zu lassen, ehe sie schließt: „Danke, dass Ihr gekommen seid. Viel Spaß mit unserer Musik.“ Den haben zweifellos alle auf der Wiese, wobei die abendliche Sommerwärme den Genuss noch verstärkt.

Beispielsweise bei dem 13 Minuten langen Werk: Sanft und gefühlvoll beginnen die Trommlerinnen. Der männliche Teil der Gruppe setzt später ein. Langsam, aber stetig steigern alle Tempo und Intensität im Umgang mit den rund 50 großen japanischen Taiko-Röhrentrommeln, der Takt wird schneller, es wird immer lauter und mündet in einem wahren Orkan. Dabei wirbelt die lange Haarpracht der Trommlerinnen durch die Luft, wobei die zugleich athletischen und grazilen Schönheiten trotz der sichtlichen Anstrengungen nichts von ihrem Charme einbüßen.

Kontinuierlich und behutsam ebbt der Sturm ab, ehe in einem ganz anderen Takt sich die geballte Macht der Schlaginstrumente erneut Bahn bricht, wobei Trommeln und Körper fast zu einer Einheit verschmelzen.

Doch so ganz kommt Gocoo nicht ohne andere Töne aus. Ein Bläser befleißigt sich einer Flöte, einer Muschel, einem didgeridoo-ähnlichen Instrument und manch anderem exotisch anmutenden Utensil. Zwischendurch wird, mal sanft, mal energisch, auf einen Gong geschlagen. Und selbst irgendwelche undefinierbaren Laute oder Worte darf das Publikum bei einer Nummer mitsingen.

Nach 105 Trommel-Minuten steht für viele Besucher fest: Die Band aus Tokio darf gerne ein viertes Mal wieder kommen.