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Auf ein aufmerksames Publikum trifft Sänger Jay Alexander (links) in der Pforzheimer Stadtmission. Foto: Tilo Keller
Auf ein aufmerksames Publikum trifft Sänger Jay Alexander (links) in der Pforzheimer Stadtmission. Foto: Tilo Keller
12.03.2018

Jay Alexander zu Gast bei Themenabend der Stadtmission

Pforzheim. Ein kleines bisschen Heimat gibt es durch eine einfache Geste gleich am Eingang der Pforzheimer Stadtmission: Mit Händedruck werden die Besucher des Themenabends begrüßt – da fühlt man sich willkommen. Zugehörigkeit, Geborgenheit und Akzeptanz werden im Laufe des Freitagabends immer wieder als Gefühle benannt, die mit dem Wort Heimat assoziiert werden und die das Beziehungsgeflecht ausmachen, dass dem Begriff Leben einhaucht.

Für eine starke Heimatverbundenheit steht Jay Alexander. Über sich selbst sagt der Startenor gleich zu Beginn: „Heimat ist mein liebstes Wort.“ Passend dazu steigt der heute in Eisingen wohnende Sänger mit Bauschlotter Wurzeln mit einem Titel der Comedian Harmonists ein – „Irgendwo auf der Welt gibt es ein kleines bisschen Glück“. Gesanglich fein akzentuiert und begleitet von Pianistin Juna Tcherevatskaia ein stimmiger Auftakt. Gefolgt vom Volkslied schlechthin „Im schönsten Wiesengrunde“. Dieses dichtete der verliebte Wilhelm Ganzhorn seiner Rösslewirtstochter Luise Alber in Conweiler. Und gar nicht mal soviele Zuhörer aus dem altersgemischten Publikum melden sich, als der Tenor die Frage stellt, wer es denn nicht kenne.

Mucksmäuschenstill ist es nach der stimmgewaltigen Vertonung von „In einem kühlen Grunde“ – der Liebeskummer ist in den gefühlvoll vorgetragenen Worten wohl zu finden. Wuchtige Parts und zarte Klänge wechseln sich ab bei „You Raise Me Up“, bevor Jay Alexander mit Billy Joels „She is always a woman to me“ für Gänsehaut sorgt. Spannend auch die Interpretation des Silbermond-Liedes „Das Beste“. Beim Refrain in der Stadtmission zeigt sich so mancher Zuhörer textsicher. Den berührenden Lebensbericht von Gemeindemitglied Christine Laupp-Pötsch rundet der bekannte Tenor mit „Welch ein Freund ist unser Jesus“ ab und es gibt anhaltenden Applaus, bevor Stadtmissionar Martin Wezel eine kurzweilig-humorvolle, aber auch nachdenklich stimmende Predigt zum Thema Heimat hält. Kostprobe gefällig? Von der „teiggewordenen Heimat“ – der Brezel – spannt Wezel den Bogen bis zur Erkenntnis: „Heimat ist Beziehung“.

Jan Wörner & Band umrahmen mit zwei Titeln die gelungene Veranstaltung aus der Reihe „Unglaublich“ vor nach Veranstalterangaben etwa 400 Zuhörern.