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Neue Formation im Bühnenlicht: Ludger Donath (links) und Benjamin Binder sind erst seit Mai ein musikalisches Duo.  Foto: Roller 

Jazz in vielen Formen: Benjamin Binder und Ludger Donath begeistern im Café Roland mit Klassikern

Pforzheim. Mit den Fingern einer Hand schnippt er, mit der anderen hält er fest umklammert das Mikrofon. Lässig, fast schon entspannt sitzt Benjamin Binder auf einem Barhocker, die Füße leicht wippend, den Oberkörper sachte hin und her bewegend. Die tiefe, warme Stimme des 27-Jährigen dringt durch das „Café Roland“, wenn er von Liebe singt, von unerfüllter und von glücklicher.

Um sie geht es in vielen der Stücke, die er am Samstagabend zum Besten gibt. Begleitet von Ludger Donath am Piano, präsentiert er Jazzklassiker, zwischendurch auch etwas, das eher nach Fusion und Pop klingt. Nummern unter anderem von Gregory Porter, von Frank Sinatra, von Michael Bublé und Ed Sheeran gibt es zu hören, Titel wie „Georgia On My Mind“, „Moon River“, „There Will Be Another You“, „Everything“, „Hey Laura“, „Fly Me To The Moon“ oder „Shape Of You“.

Die beiden Musiker tragen Batschkappe, Fliege und Hemd. Den Stücken wollen sie „ihren eigenen künstlerischen Fingerabdruck“ verleihen, sagen sie im PZ-Gespräch. Erst seit Mai stehen sie zusammen auf der Bühne und spielen Jazz. Beide haben Musik studiert und schon früh damit begonnen, Instrumente zu lernen. Binder spielte einst Querflöte in der Bigband seiner Schule. Donath hatte klassischen Klavierunterricht seit seinem achten Lebensjahr. Als Oberstufenschüler war er immer wieder im „domicile“, um Jazz zu hören. Im Mai, bei der Hochzeit eines gemeinsamen Freundes, beschlossen die beiden, zusammen Musik zu machen: Jazz, ausgerechnet. Momentan seien sie noch „in der Findungsphase“, sagen Donath und Binder. Sie spielen, was ihnen gefällt – auch, wenn es sich dabei nicht um lupenreinen Jazz handelt. Das Programm passen sie der Vortragssituation und der Erwartungshaltung des Publikums an. Der Auftritt in Pforzheim ist erst ihr dritter überhaupt. Gut zwei Dutzend Menschen hören ihnen zu, als sie Musik machen, die perfekt passt zum Ambiente des „Café Roland“ mit seinen wild zusammengewürfelten, alten Möbeln, den großen Lampenschirmen, den freiliegenden Rohren und gelben Wänden. Der Applaus des bunt gemischten Publikums bestätigt dies denn auch immer wieder.