nach oben
Andrea Pacur verbindet zusammen mit Alex Haas und Szilvia Csaranko (von rechts) jiddische mit bayrischer Volksmusik.  Foto: Frommer
Andrea Pacur verbindet zusammen mit Alex Haas und Szilvia Csaranko (von rechts) jiddische mit bayrischer Volksmusik.  Foto: Frommer
04.02.2016

Jiddisches und bayrisches Liedgut feiern zusammen im Folkclub Prisma

Pforzheim. Feine, faszinierende Mischung: Schon mit dem ersten Song „Birnbaum“ demonstrieren Andrea Pacur, Alex Haas und Szilvia Csaranko dem Publikum im Folkclub Prisma, wie sich‘s anhört, wenn jiddisches und bayrisches Liedgut ein gemeinsames Fest feiern. Den Mix aus Ländler und Vibrato nennt Sängerin Andrea Pancur (47) knapp: „Alpenklezmer“, was die in Pforzheim nachhaltig demonstrierte Freude am musikalischen Experimentieren bereits anklingen lässt.

Gern gesehener Gast

Andrea Pancur, Bayerin mit slowenischen Wurzeln, erinnert sich an drei oder vier zurückliegende Konzerte beim Folkclub Prisma, ist aber mit Alex Haas (Kontrabass, München) und Szilvia Csaranko (Akkordeon, Ungarn) erstmals zu Gast im Gasometer Pforzheim – und voll des Lobs für die aktuelle Spielstätte der Pforzheimer Folk-Enthusiasten. Mit Haas am Bass und Csaranko am Akkordeon hat sie zwei Musiker an ihrer Seite, die den Mix aus osteuropäischer und alpiner Musik kongenial mittragen. Das sanfte und einfühlsame Wechselspiel zwischen Akkordeon und Kontrabass bei Titeln wie „Borscht“ oder der vertonten Eselsbrücke „Isar, Iller, Lech und Inn“ wäre für sich genommen schon weit mehr als die Hälfte des Eintrittsgelds wert.

Gemeinsamkeiten und Grenzüberschreitungen prägen das musikalische Programm an diesem Abend: Jiddische Hora trifft rhythmisch auf den bayrischen Zweifachen, Andrea Pancurs „Freestyle-Jodler“ verträgt sich bestens mit Hannes Waders „Schon so lang“ und das unverwüstliche, zuvor von italienischen Reispflückerinnen und Partisanen gleichermaßen gesungene „Bella Ciao“ harmoniert mit dem jiddischen „Rhaynlender“. Humorvoller Höhepunkt der ersten Konzerthälfte ist der Song „Bocha“, der vom Plätzchen- und Männerbacken handelt. Bei der leisen Zugabe „Immer geht das Leben weiter“ singt das Prisma-Publikum beseelt mit.