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Kelab (Jürgen Vogel) sucht im Hochgebirge der Ötztaler Alpen nach Spuren der Mörder seiner Familie. Foto: Rattini
Kelab (Jürgen Vogel) sucht im Hochgebirge der Ötztaler Alpen nach Spuren der Mörder seiner Familie. Foto: Rattini
09.08.2017

Jürgen Vogel als Ötzi setzt Glanzpunkt beim Filmfest Locarno

Locarno. Mord in der Steinzeit, auseinanderbrechende Familien in der Gegenwart, Einsamkeit, Lebensangst, Konkurrenzdruck: Das Publikum des 70. Filmfestivals in Locarno ist oft starkem Tobak ausgesetzt. Der deutsche Schauspielstar Jürgen Vogel („Quellen des Lebens“) rauft und mordet sich beispielsweise durch die Steinzeit.

In „Iceman“ („Der Mann aus dem Eis“) spielt Jürgen Vogel den als „Ötzi“ bekanntgewordenen Steinzeitmenschen, dessen mumifizierte Leiche 1991 aus dem Eis der Ötztaler Alpen geborgen wurde. Der spannungsgeladene Film von Autor und Regisseur Felix Randau („Die Anruferin“) erzählt eine erfundene Geschichte um den Tod des Mannes. Das aufwändige Historienepos fasziniert weniger mit der an zahllose Western erinnernden Story um Rache und Vergeltung, als durch die Rekonstruktion des Lebens vor Jahrtausenden. „Iceman“ gehört zum Programm der abendlichen Freiluftaufführungen auf der Piazza Grande von Locarno für oft mehr als 8000 Zuschauer. Am Wettbewerb nimmt er nicht teil. Er hat aber die Chance, den Publikumspreis zu gewinnen. Die Konkurrenz ist allerdings stark. Gut im Rennenliegen ebenfalls der zweite deutsche Piazza-Beitrag „Drei Zinnen“, das französische Drama „Lola Pater“ und die italienische Komödie „Liebesgeschichten, die nicht von dieser Welt sind“.

Im Hauptwettbewerb ist der Leoparden-Favorit die melancholische Komödie „Lucky“ aus den USA. Aber auch das ungewöhnliche Familien-Drama „Freiheit“ aus Deutschland und das düstere französisch-portugiesische Gesellschaftspanorama „9 Finger“ werden hoch gehandelt.