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Das Publikum lacht sich kaputt, wenn Mirja Regensburg die Eigenheiten von Männlein und Weiblein auflistet.  Foto: Roller 

Kampf der Geschlechter: Viel Beifall für Kabarettistin Mirja Regensburg zum Auftakt der Kulturhallen-Saison

Remchingen. Alle Kabarettistinnen hacken auf den Männern rum, regen sich über ihre peinlichen Angewohnheiten und lästigen Eigenschaften auf. Mirja Regensburg nicht. Im Gegenteil: Sie ist voll des Lobes für die Herren der Schöpfung, regelrecht begeistert von ihrer Lebensweise und denkt am Freitagabend bei ihrem Auftritt in der Remchinger Kulturhalle sogar laut darüber nach, im nächsten Leben selbst ein Mann zu werden.

Gründe dafür gibt es schließlich genug: Männer sind entspannter, mit sich selbst zufrieden und machen einfach, ohne davor noch ewig darüber nachzudenken. Sie haben keine 30 Conditioner im Bad stehen, sondern „ein Duschgel für oben und unten“. Und die Frauen? Die überlegen erst lange hin und her, holen sich beim Bikini-Kauf sicherheitshalber über WhatsApp das Einverständnis der Freundinnen, machen „selbst beim Sex noch eine To-do-Liste“ und besitzen jede Menge Zeug, das man nicht unbedingt zum Überleben braucht:

„Ich habe so viel Nagellack, das reicht für die Lackierstraße von Mercedes Benz.“

Eine Beißschiene hat Mirja Regensburg übrigens auch. Eine ganz fiese, mit der man richtig viel sabbert. „Da machst du das Seepferdchen, wenn du morgens aufwachst.“

Mirja Regensburg könnte stundenlang so weitermachen: Frauen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht ins Fitnessstudio gehen. Männer nicht. Frauen probieren unzählige Kleidungsstücke an, Männer nehmen das erste, das passt. Frauen sprechen oft „vorwurfisch“, Männer nur das Nötigste – mit so wenig Worten wie möglich. Dabei kann man Vorwürfe auch hervorragend singen. Geht ganz einfach. Zum Beispiel, wenn man zum Benutzen der Spülmaschine animieren will: „Tausend- mal berührt, tausend mal ist nichts passiert. Stell‘ das Geschirr ruhig rein, dann wird es sauber sein.“ Und Mirja Regensburg hat noch weitere praktische Tipps auf Lager, die das Zusammenleben nachhaltig erleichtern sollen: Bei einem Mann niemals die beiden Worte „Du musst“ in dieser Reihenfolge benutzen. Ganz schlechte Idee: „Dann hört er nur noch: Please hold the line, wir sind gleich wieder für Sie da.“ Das Pu-blikum lacht sich kaputt – und spendet immer wieder viel Applaus für eine vielseitige Künstlerin. Bei der Zugabe sitzt sie nach gut anderthalb Stunden mit einer weißen Akustikgitarre am Bühnenrand und trällert „Männer“ von Herbert Grönemeyer. Was sonst?