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Regisseur Stefan Otteni mit Autorin Katja Hensel. Gemeinsam arbeiten sie an einem Theaterstück über Angela Merkel. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Regisseur Stefan Otteni mit Autorin Katja Hensel. Gemeinsam arbeiten sie an einem Theaterstück über Angela Merkel. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
28.12.2018

Kanzlerschaft als Tragikomödie: Die Ära Merkel auf der Bühne

Bremen. Nüchtern, ruhig und überlegt – so kennt man Angela Merkel. Als Autorin Katja Hensel den Auftrag bekam, ein Theaterstück über die Kanzlerin zu schreiben, war sie zunächst skeptisch.

„Erst habe ich gedacht, sie ist keine theatralische Figur.“ Doch je länger sie sich mit der Kanzlerin beschäftigte, desto spannender fand sie diese. „Sie überrascht permanent. Es gibt so viele Facetten an dieser Frau, die im Unklaren bleiben.“ Nach monatelanger Arbeit hat Hensel das Stück „Angela I.“ fast fertig geschrieben. Die Bremer Shakespeare Company hat bereits mit den Proben begonnen. Für Ende Februar ist die Uraufführung geplant. Noch fehlt das Ende des Stückes. Doch darüber ist Hensel ganz froh, da sich politisch in den vergangenen Monaten viel ereignet hat, etwa Merkels Rückzug vom CDU-Vorsitz. „Manches habe ich wieder komplett neu geschrieben.“

Das Leben und die Karriere von Politikern gab schon immer viel Stoff für Theater und Film her. So brachte das Mannheimer Nationaltheater gerade eine Charakterstudie über Altkanzler Helmut Kohl auf die Bühne. An US-Präsident Donald Trump haben sich unter anderem Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und Oscar-Preisträger Michael Moore abgearbeitet. Auch über Willy Brandt, Winston Churchill und Magaret Thatcher gibt es diverse Werke.

„Angela I.“ verfolgt jedoch einen anderen Ansatz. In dem Stück geht es um grundsätzliche Fragen wie Macht, Politikverdrossenheit und die Entfernung zwischen Politikern und Bürgern. „Es richtet den Blick auf das Volk“, erläutert Regisseur Stefan Otteni. Und Hensel ergänzt: „Woher kommt es, dass ein Volk sagt, es werde nicht abgeholt - so als würde es an einer Bushaltestelle stehen? Was ist das für ein Politikverständnis?“ All das will Hensel anhand der ewigen Kanzlerin Angela Merkel demonstrieren. Und sie natürlich auch zur Premiere einladen.