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30.09.2015

Karl Manfred Rennertz’ Holzskulpturen sind im Landratsamt zu sehen

Es ist nicht der Zeichenstift, nicht Pinsel oder Meißel, mit dem Karl Manfred Rennertz den Großteil seiner Werke fertigt – es ist die Kettensäge. Aus den nackten Stämmen entstehen so verwinkelte Holz-Skulpturen. Zusammen mit weiteren Werken – auch Gemälden und Metall-Statuen – ist eine Auswahl nun im Landratsamt des Enzkreises zu sehen. Wie wird die Vielfalt einer solchen Ausstellung zusammengehalten, die Jahre von Rennertz’ Schaffen repräsentiert?

„Das verbindende Element dieser Ausstellung bin ich als Künstler“, sagt er. Bewusst soll sie auch die Veränderungen seines künstlerischen Lebenslaufs spiegeln, der schon früh vom Werkstoff Holz geprägt wurde. Mittlerweile hat Rennertz aber auch den Bronzeguss und die farbstarke Malerei für sich entdeckt. Ein Großteil der Ausstellung ist aber immer noch Rennertz’ Sägarbeiten gewidmet. Eine Arbeitsweise, die Rennertz als einer der Ersten praktiziert hat. Wie kam es dazu? „Anfang der 1970er-Jahre habe ich in Düsseldorf studiert und vor der Kunstakademie wurde eine Allee abgeholzt“, sagt er. „Und weil das Material für einen jungen Studenten immer eine Frage ist, habe ich mich am Holz versucht – und bin bis heute größtenteils dabei geblieben.“

Das Holz kommt zu ihm

Mittlerweile ist das Material kein Problem mehr für Rennertz. „Eine schöne Frau bekommt wie von selbst Blumen geschenkt. Ähnlich komme ich an mein Holz – man schenkt es mir.“ Auch der Enzkreis hat Rennertz eine Eiche aus dem Hagenschieß zur Verfügung gestellt, die er in Pforzheim vor Publikum zum Kunstwerk verarbeiten wird. Bevor er die Formen ins Holz sägt, aber steht sie schon fest: die Gestalt der Figur. Er skizziert sie. Erst dann fängt er mit der eigentlich Säg-Arbeit an. „Ohne einen Plan hätte man beim Holz verloren“, sagt Rennertz. „Es kommt aber manchmal vor, dass man als Mensch einen Fehler macht und einen Versuch abbrechen muss.“ In Pforzheim aber stehen nur die erfolgreichen Würfe – schartige Schönheiten in Holz.