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Im Gespräch bei der „Pforzheimer Zeitung“: Pia Müller-Tamm, Direktorin der Kunsthalle, sowie der kaufmännische Geschäftsführer Otmar Böhmer. Foto: Ketterl
Im Gespräch bei der „Pforzheimer Zeitung“: Pia Müller-Tamm, Direktorin der Kunsthalle, sowie der kaufmännische Geschäftsführer Otmar Böhmer. Foto: Ketterl
Die Kunsthalle in Karlsruhe lockt die Besucher mit einer der bedeutendsten Kunstsammlungen in der Oberrhein-Region. Foto: Kunsthalle
Die Kunsthalle in Karlsruhe lockt die Besucher mit einer der bedeutendsten Kunstsammlungen in der Oberrhein-Region. Foto: Kunsthalle
Der Mohlbau, der im Jahr 1990 feierlich eröffnet wurde. Foto: Kunsthalle
Der Mohlbau, der im Jahr 1990 feierlich eröffnet wurde. Foto: Kunsthalle
24.05.2013

Karlsruher Kunsthalle soll saniert und erweitert werden

Karlsruhe. Es ist ein Haus mit Tradition: Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe blickt auf eine fast 170-jährige Geschichte zurück. Zudem bewahrt sie eine der bedeutendsten Kunstsammlungen in der Oberrhein-Region. Doch die Jahre sind an der Kunsthalle nicht spurlos vorübergegangen. Die Mängelliste, die Pia Müller-Tamm zu beklagen hat, ist nicht gerade kurz. Schließlich fehlt der Direktorin der Kunsthalle ein Wechselausstellungsraum, außerdem sind nur 19 Prozent der Ausstellungsräume klimatisiert. Dies führt dazu, dass bei größeren Ausstellungen wichtige Sammlungsbereiche ins Magazin wandern und nicht gezeigt werden können.

Zudem stellt die Direktorin fest: „Viele unserer Serviceeinrichtungen während der Corot-Ausstellung, die Garderobe, der Buchladen, aber auch das Café und der Vortragsraum finden in den Galerieräumen Platz, gehen also letztlich zu Lasten der Kunst – das kann auf Dauer nicht sein.“ Sorgen bereitet der Direktorin auch die Bereiche der Eintrittskasse, der Garderobe sowie der Toiletten-Anlagen. Außerdem ist die Kunsthalle nicht behindertengerecht.

Günter Bachmann, Leiter des Amtes Karlsruhe des Landesbetriebs Vermögen und Bau, bringt es auf den Punkt: „Wir haben bauliche und funktionale Probleme – im gesamten Gebäude.“

Deshalb hat sich Müller-Tamm bereits in der Rede zu ihrer Amtseinführung 2009 mit einem Vorschlag an die Öffentlichkeit gewandt, der einen alten Gedanken aufgreift: die Überdachung des Innenhofes, die bereits der Architekt Joseph Durm im Jahr 1890 formuliert hat.

Und auch das Land erkannte, dass die Kunsthalle bauliche Hilfe benötigt und hat eine sogenannte Vergabe-Ordnung für freiberufliche Leistungen, kurz: VOF-Verfahren, eingeleitet. Nach einer europaweiten öffentlichen Auslobung im Herbst des vergangenen Jahres wurden aus einem Bewerberkreis von 30 Architekten-Büros fünf ausgewählt, erläutert Bachmann. Diese haben inzwischen ihre Skizzen erarbeitet und einem Gremium vorgelegt. Das Gremium, das aus Vertretern der Ministerien und Architektur- und Museumsfachleuten besteht, hat seinerseits eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die sich mit den Kosten, Bauabschnitten, Urheberrechten und Vereinbarkeiten mit dem Denkmalschutz beschäftigt hat. Die Untersuchung sei abgeschlossen, erläutert Bachmann. Jetzt werde sich das Gremium erneut treffen. „Die Frage des weiteren Verlaufes hängt von der Entscheidung des Gremiums und der Finanzierbarkeit ab“, so Bachmann.

Gleichzeitig wird in der Öffentlichkeit diskutiert, ob bei diesen Ideenskizzen auch ein Abriss von alten Gebäudeteilen vorgesehen sei. Diese Diskussionen hätten bereits begonnen, als das VOF-Verfahren noch gar nicht gestartet sei, erinnert sich Bachmann. Vor allem Architekt Heinz Mohl, der den vierten, 1990 eröffneten Flügel der Kunsthalle entworfen hat, habe wohl Angst um sein Lebenswerk, vermutet der Amtsleiter, der es noch nicht erlebt hat, dass die Gerüchteküche medial derart brodelt und es zu Veröffentlichungen in Zeitungen weit über die Regionalgrenzen hinaus kommt.

Letztlich wird die Entscheidung wohl auch von der Finanzierbarkeit abhängen. Derzeit sind vom Land 25 Millionen Euro für einen ersten Bauabschnitt definiert worden. „Die Maßnahme insgesamt wird zweifellos mehr kosten“, sagt Bachmann.

Eines bleibt also sicher: Der Weg der Kunsthalle in die Zukunft bleibt spannend.