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02.06.2017

Kein Ende in Sicht: Pelham und Hütter streiten weiter

Karlsruhe. Seit fast zwei Jahrzehnten streitet der Komponist Moses Pelham mit den Elektropop-Pionieren Kraftwerk um einen Beat von zwei Sekunden – und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Bundesgerichtshof (BGH) setzte das Verfahren gestern aus, um eine Reihe von Fragen dem Europäischen Gerichtshof vorzulegen.

Damit geht der Fall erst einmal nach Luxemburg, ehe ihn Karlsruhe mit einem abschließenden Urteil entscheiden könnte.

Gestritten wird um einen Rhythmus aus dem Kraftwerk-Titel „Metall auf Metall“ von 1977. Pelham hatte die Sequenz 1997 ohne Erlaubnis benutzt – und sie in Endlosschleife unter den Song „Nur mir“ mit der Rapperin Sabrina Setlur gelegt. Kraftwerk-Mitbegründer Ralf Hütter sieht sich um seinen Beat bestohlen und hat Pelham verklagt.

Das Bundesverfassungsgericht hatte dabei zuletzt eine Lanze für die Kunstfreiheit gebrochen und ein Verbot des Setlur-Songs gekippt. Der BGH zweifelt jetzt allerdings an, ob die Verfassungsrichter in der Sache überhaupt etwas zu sagen haben. Nach Auffassung des Senats sind nämlich die relevanten Vorschriften in der EU komplett vereinheitlicht. Gibt es keine nationalen Spielräume mehr, prüfen die deutschen Gerichte und der EuGH nur, ob möglicherweise EU-Grundrechte verletzt sind.