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Sergio Orabona kann der Orgel faszinierende Klänge entlocken. Foto: Bechtle
Sergio Orabona kann der Orgel faszinierende Klänge entlocken. Foto: Bechtle
09.09.2015

Klangrausch und Gesang – Orabona beim Orgelsommer

Das Beeindruckende an der Steinmeyer-Göckel-Orgel in der Pforzheimer Franziskus-Kirche sind der Farbreichtum ihrer Register und ihre Klangmöglichkeiten – das Instrument entfaltet im Plenum einen bombastischen Raumklang. Beide Qualitäten konnte Sergio Orabona zur Geltung bringen.

Pforzheim. Der aus Neapel stammende Orgelspieler, der an der Stuttgarter St.-Nikolaus-Kirche das Organistenamt versieht und das 4. Konzert des Pforzheimer Orgelsommers in St. Franziskus gestaltete, machte es sich keinesfalls leicht. Von dem sehr sanft vorgetragenen Wiegenlied – der „Berceuse“ von Louis Vierne – bis zum nervösen Auf und Ab der Skalen und schrill lärmenden Akkorde der „Toccata“ des 1938 geborenen Simon Preston reichte die Palette des Ausdrucks.

Vor diesen letzten Stücken waren Kompositionen von Johann Sebastian Bach bis zum zeitgenössischen Jean Langlais zu hören. Die Wiedergabe von Bachs Präludium und Fuge a-Moll (BWV 543) arbeitete den motivischen Bezug beider Teile deutlich heraus. Der Kontrast von Klangrausch und tremolierendem Gesang beeindruckte in Orabonas Interpretation von César Francks Choral Nr. 2 h-Moll.

Ein Scherzo in g-Moll (op. 49/2) von Marco Enrico Bossi steigerte sich zwischen geflöteten Clustern in mehreren Anläufen zu einem gewaltigen Fortissimo-Abschluss. Im „Te Deum“ von Langlais gliederten wuchtige Akkorde den dynamischen Stimmendialog. Verblüffend, wie Orabona die immensen technischen Schwierigkeiten an der Orgel meisterte.