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Nach ihrer Darbietung: die Künstler Oliver Scherke und Liliana Turicianu. 

Klangstark und virtuos interpretiert: Viertes Konzert der Reihe "Jenseits der Worte" im Schmuckmuseum

Pforzheim. "Vermächtnis und Bekenntnis" – unter diesem Titel steht das Konzert von Organisator Oliver Scherke (Viola) und Liliana Turicianu (Klavier) vor etwa 60 Besuchern im Schmuckmuseum. Das erste Werk, die Violasonate von Dmitri Schostakowisch (1906-1975) mit Klavierbegleitung, verlangt von beiden Künstlern ein hohes Maß an Ausdruck, Präzision und technischem Können.

Oliver Scherke beginnt das Stück mit Pizzicato, disharmonische Doppelgriffe erklingen. In den Sätzen Moderato, Allegretto und Adagio hat Schostakowisch bekannte Motive von Ludwig van Beethoven verarbeitet. Scherkes Violaspiel wirkt ruhig und gelassen, tonschön und mit sauberer Intonation.

Durch gute Dynamik, markante rhythmische Impulse, viele Doppelgriffe und Arpeggien wird der Ausdruck gesteigert. Seine expressive Tonsprache bleibt stets verständlich. Die wunderbar frische und flexible Spielweise der Pianistin Liliana Turicianu ergänzt und unterstützt ihn aufs Beste, und die Zuhörer sind von dem harmonischen Zusammenspiel des Duos begeistert.

Großer Beifall des Publikums

Wirklich kunstvoll ist dieses letzte Werk des großen Komponisten. Ein choralartiges Motiv erklingt im zweiten Satz, genial rhythmisch verbunden mit Motiven aus seiner Oper "Der Spieler". Der dritte Satz enthält die Solokadenz des Bratschers, sie schließt leise, während das Klavier die Beethoven'schen Klänge zitiert.

Nach der Pause erklingt die seltener gespielte Sonate für Viola und Piano in f-Moll op. 49 von Anton Grigorjewitsch Rubinstein (1829-1894). Die vier Sätze – Moderato, Andante, Moderato con moto und Allegro assai – erklingen mit Schönheit, temperamentvoll und rhythmisch akzentuiert. Lyrische und expressiv romantische Passagen wechseln. Nun sind die Spieler in Hochform: Die schnellen Läufe und triolischen Einwürfe, die Rubinstein schuf, bilden Liebe, Leidenschaft, Tanz und Amour fou ab.

Durch die überlegte und mutige Spielweise von Oliver Scherke und Liliana Turicianu verschmilzt alles in der hohen Kunst der romantischen Musik. Entsprechend groß ist der Beifall des Publikums. Es gibt sogar Bravorufe – auch für die Zugabe, die bekannte Elegie von Alexander Glasunov.

Das letzte Konzert der Reihe "Natur-Gedicht-Klang" mit Martin Jopp und dem Ensemble Jadis wird am Sonntag, 14. August, um 11.30 Uhr im Schmuckmuseum Pforzheim gegeben.