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Gerd-Uwe Klein, Tobias Schabenberger und Guido Larisch (von links). Foto: Molnar
Gerd-Uwe Klein, Tobias Schabenberger und Guido Larisch (von links). Foto: Molnar
23.09.2017

Klaviertrios beim Meisterkonzert mit Hammerflügel in Schömberg

Schömberg. Drei hervorragende Musiker auf der Bühne – und doch geht es beim Konzert der Reihe „Beethoven plus“ im Kurhaus Schömberg nur um Frauen. Joseph Haydn hatte Bekanntschaft mit der Londoner Witwe Rebecca Schroeter gemacht, sein 1794 komponiertes Trio für Klavier, Violine und Violoncello fis-Moll, Hob. XV: 26 ist ganz von Wehmut und Abschied geprägt. Pianist Tobias Schabenberger, der an einem Hammerflügel von 1860 agiert, gelingt ein in sich gekehrtes, sehnsuchtsvolles Spiel mit Violinist Gerd-Uwe Klein und Cellist Guido Larisch – im Kopfsatz mit wunderbar leichtem Klavieranschlag und betontem Streicherrhythmus, im Adagio mit gefühlvoller Melodie und im Finale mit einem Tanz, der lustig hüpfend sein soll und doch voller Trübsinn ist.

Ganz anders dagegen das aufbrausende Klaviertrio D-Dur, op. 70, 1 von Beethoven, das der ungarischen Gräfin Marie Erdödy gewidmet ist: Den stürmisch-umfangreichen Kopfsatz versieht das Trio mit großer Leidenschaft – wenn auch einige süßliche Melodien aufleuchten. Bemerkenswert ist die breit aufgestellte Dynamik, die vom Pianissimo mit perlenden Tastenläufen über Crescendi bis zu kraftvollen Forte-Passagen reicht. Besonders der Cellist glänzt mit plötzlich energischem Zugriff. Der langsame Mittelsatz, durch den das Stück seinen Beinamen „Geistertrio“ erhielt, bildet den starken Gegensatz zu den Ecksätzen: Düster kommt er daher, da knarren die Türen in Violine und Cello, da pocht es bedrohlich im Klavier. Ein hoher Spannungsmoment gelingt in der Steigerung, hauchzart dann der Ausklang, dem frische Dialoghaftigkeit im dritten Satz folgt.

Nach der Pause steht eine Komponistin im Zentrum – Clara Schumann. Ihr 1846 verfasstes Klaviertrio g-Moll, op. 17 ist ein poetisches Meisterwerk. Bezaubernd vor allem das schlichte Andante, das vom Klavier eingeleitet und in der Violine ausdrucksvoll fortgeführt wird. Zuvor erklingt ein heiteres Scherzo. Die Außensätze sind ausladender – zügig-drängend der Kopfsatz mit schönen Streicherkantilenen, kontrapunktisch und impulsiv das Allegretto. Ein anregender Abend, den das Trio mit Schuberts Lied „An Sylvia“ beschließt.