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Albert Hammond eröffnet die neue Saison der Klosterkonzerte in Hirsau. Fotos: Recklies
Albert Hammond eröffnet die neue Saison der Klosterkonzerte in Hirsau. Fotos: Recklies
Sympathisch und ohne Starallüren präsentiert sich der Sänger.
Sympathisch und ohne Starallüren präsentiert sich der Sänger.
31.07.2015

Klosterkonzerte in Hirsau: Albert Hammond ließ Fans in Erinnerungen schwelgen

Calw-Hirsau. Am Ende des Konzerts gab es für Albert Hammond stehende Ovationen – verdient und entgegen der Befürchtungen zu Beginn des Abends. Denn der Auftakt des ersten Klostersommer-Konzerts 2015 im Kreuzgang des Klosters Hirsau war alles andere als berauschend. Die Stimme des 71-jährigen Hammond hielt nicht im Ansatz, was seine Welthits wie „The Free Electric Band“, „It Never Rains In Southern California“ oder „I’m A Train“ versprachen.

Nur mit Mühe traf der 1944 in London geborene Singer-Songwriter und Musikproduzent die Töne, erntete für die aus seiner Feder stammenden Songs wie „Everything I Want To Do“, „Down By The River“ oder „I Don’t Wanna Live Without You“ zwar anerkennenden Beifall, der aber war eher dem Respekt vor der Vita des Künstlers geschuldet, als seiner Leistung im Kreuzgang des Klosters.

Schließlich war nicht nur Hammond schwach bei Stimme. Auch der viel zu dünne Sound ließ anfangs zu wünschen übrig. Dass Hammond und seine Kollegen auch anders können, wurde erstmals bei dem von Hammond für Joe Cocker geschriebenen „Don’t You Love Me Anymore“ deutlich. Schade nur, dass just, nachdem sich die Hitmaschine das erste Mal richtig in Szene gesetzt hatte, ein Accoustic-Set kam, und Hammond sich einmal mehr bei Songs wie „Good Looking Woman“, „Freedom Come, Freedom Go“ oder „Don’t Turn Around“ eher zweitklassig präsentierte – ausgenommen „Gimmie Dat Ding“, bei dem er als Interpret an diesem Abend erstmals so richtig glänzte.

Erfolgreicher Songschreiber

Zur Freude der Besucher, die bei dem bunten Strauß an Hits allesamt in Erinnerungen ihrer Jugend schwelgten, gaben Hammond und Band, nachdem sich die Dunkelheit über das Nagoldtal gelegt hatte, zunehmend Gas. Und so kam der anfangs etwas dröge Konzertabend in Fahrt, und nicht wenige der Besucher staunten darüber, dass der in weißen Turnschuhen, Bluejeans und roter Lederjacke auf der Bühne stehende Hammond wirklich der Komponist all der Hits gewesen ist, die da von der Bühne perlten: angefangen von „To All The Girls I’ve Loved Before“ (Julio Iglesias und Willie Nelson) über „I Don’t Wanna Lose You“ (Tina Turner) bis hin zu „One Moment In Time“ (Whitney Houston).

Freilich durften auch Hammonds Solohits, mit denen er in den 1970er-Jahren international gefeiert wurde, an diesem Abend nicht fehlen. Eingebettet in Titel wie „Nothing’s Gonna Stop Us Now“ (Jefferson Starship), dem für Leo Sayer geschriebenen Hit „When I Need You“ oder „The Air That I Breathe“ (Hollies) erschallten „I’m A Train“, „It Never Rains In Southern California“ und „The Free Electric Band“. Das Publikum tanzte zwischen den Reihen, huldigte dem Hitkomponisten und dankte ihm mit tosendem Beifall nicht nur für die Musik und die vielen Erinnerungen, die bei den Stücken aufkamen. Auch von den vielen Geschichten und Anekdoten zum Entstehen der Songs, die Hammond ohne alle Starallüren sehr sympathisch zum Besten gab, waren die Besucher begeistert.