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09.04.2008

Kostbarkeiten auf Weltreise

PFORZHEIM. Das Schmuckmuseum Pforzheim ist gefragt wie selten zuvor: „Mit insgesamt 451 Leihgaben waren wir im vergangenen Jahr auf mehreren nationalen und internationalen Ausstellungen vertreten“, sagt Schmuckmuseums-Leiterin Cornelie Holzach.

Und auch in diesem Jahr sind bereits wieder Pretiosen des Hauses unterwegs, etwa bei der Schau „Gediegene Metalle und edle Steine“ des Mineralogischen Museums der Philipps-Universität Marburg. Mit sieben Stücken von so berühmten italienischen Goldschmieden wie Mario Pinton, Francesco Pavan oder Alberto Zorzi gibt das Schmuckmuseum ein Gastspiel in der italienischen Schmuckkunst-Metropole Padova, wo von 4. April bis 3. August die Ausstellung „Padua und die Schule des Goldes“ stattfindet.

In der Bundeshauptstadt hat sich das Schmuckmuseum nicht nur erfolgreich bei der Stallwächter-Party im vergangenen Sommer präsentiert, es ist vielmehr bereits seit April mit einer Auswahl jüdischer Verlobungs- und Trauringe aus dem 16. Jahrhundert in der Ausstellung „Tradition und Wandel“ im Jüdischen Museum vertreten. „Ohne unsere Stücke hätten die Berliner gar keine Ringe dieser Art“, schildert Holzach, „es gibt einfach keine vergleichbaren Arbeiten mehr auf dem Markt“.

Große Aufmerksamkeit erregt auch die Ausstellung „Jugendstil-Schmuck aus Pforzheim“ im Berliner Bröhan-Museum. Die Schau, die in ähnlicher Form auch in Pforzheim zu sehen war, wurde unter anderem erfolgreich auf der ITB beworben und lockt noch bis 4. Mai die Besucher. Die Schau zeigt nicht nur eindrucksvolle Schmuckstücke der Jahre um 1900, unter anderem nach Entwürfen von Georg Kleemann, sondern präsentiert auch die Herstellung von Schmuck in Guss-, Gravier-, Präge- und Emailtechniken. Wichtig für die Reputation des Schmuckmuseums war die Schau „Brillante Europe“ in Brüssel, die bis 17. Februar zu sehen war. „Da war alles, was in der Museumswelt Rang und Namen hat vertreten“, schildert die Schmuckfachfrau. Doch so arbeitsaufwendig häufig diese Ausleihen an internationale Museen, wie im vergangenen Jahr unter anderem in Tokyo, Paris oder Liverpool, auch seien, „sie sind doch wichtig, um auch Stücke von anderen Museen zu bekommen“, schildert Cornelie Holzach. Und um große Ausstellungen zu bestücken, muss selbst das weltgrößte Schmuckmuseum manchmal auf die Exponate anderer Einrichtungen zurückgreifen.

Wie etwa bei der von 20. September bis 11. Januar 2009 stattfindenden Ausstellung „Art déco“, bei der nicht nur lokale Jugendstil-Größen, wie Fahrner und Brändle, sondern auch internationale Spitzenstücke von Cartier zu sehen sein werden.