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Am Freitag ist der Blockflötist Maurice Steger in Remchingen zu erleben. Foto: Molina
Am Freitag ist der Blockflötist Maurice Steger in Remchingen zu erleben. Foto: Molina
Fany Solter, Peter Klenner und Ursula Rohrbach (von links) von pro arte sind stolz auf ihr Programm. Foto: Ketterl
Fany Solter, Peter Klenner und Ursula Rohrbach (von links) von pro arte sind stolz auf ihr Programm. Foto: Ketterl
29.03.2017

Kultur vor der Haustür: Initiative pro arte organisiert hochkarätige Konzerte

Pforzheim. Was macht die deutsche Kulturlandschaft aus? Sind es die Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen in den Metropolen und Städten? Sicherlich. Aber die gibt es ja auch beinahe überall sonst in der Welt. Wirklich einzigartig ist eines: Das Kulturleben hört eben nicht an der Stadtmauer auf, sondern blüht auch auf dem Land – so wie in Königsbach. Hier sorgt pro arte seit Jahrzehnten für hochkarätige Musik.

Am 5. Januar ist die „Gesellschaft zur Förderung der Künste“ schon mit dem traditionellen Neujahrskonzert ins Jahr gestartet. Jetzt geht es weiter mit den regulären Konzerten. Das erste findet am Freitag, 31. März, um 19.30 Uhr statt. Es steht in seiner Konzeption stellvertretend für so viele Aufführungen, die die Initiative auf die Beine gestellt hat. Mit Maurice Steger betritt ein Künstler die Bühne, der nicht auf die kleinen Aufführungsorte angewiesen ist. Der Blockflötist ist ein Weltstar – zumindest in seinem Metier.

Wie schaffen es die Organisatoren, solche Konzerte auf die Beine zu stellen? „Das geht nur mit viel Flexibilität“, sagt Fany Solter von pro arte. Die Klavierprofessorin und ehemalige Rektorin der Karlsruher

Musikhochschule hat den Verein im Jahr 1980 gegründet – und ist noch immer die treibende Kraft. „Wir können uns natürlich keine Termine aussuchen bei den Künstlern, sondern müssen ihnen möglichst freie Hand lassen.“ Dann würde es eben auch funktionieren mit den großen Namen. Eine einfache Angelegenheit aber sei das nicht. Besonders, wenn die Zahl der Mitwirkenden steigt. Die ist noch recht überschaubar beim ersten Konzert. Neben Maurice Steger sind es nur seine Kammermusikpartner Irene Müller-Glasewald (Cembalo) und Dmitri Dichtiar (Violoncello). Sie begeben sich in die Komfortzone einer solchen Formation: nämlich in die Welt der barocken Flötensonaten – und darüber hinaus. Mit Werken von Mauricio Kagel stehen auch exotische Stücke auf dem Spielplan. Beim dritten Konzert (Freitag, 20. Oktober, 19.30 Uhr, Bildungszentrum Königsbach) haben die Organisatoren schwierige Abstimmungsarbeit geleistet. Die Termine des Südwestdeutschen Kammerorchesters unter einen Hut zu bringen mit denen des Trompeters Reinhold Friedrich ist aufwendig genug. Wenn dann aber noch der brasilianische Pianist Fabio Martino dazukommt, muss es Kompromisse geben. Die macht in diesem Fall Martino selbst. „Es war leider nur so zu organisieren, dass er bloß für das Konzert in Königsbach herfliegt und danach nach Brasilien zurück“, sagt Solter, die selbst aus Brasilien stammt. Und obwohl sie die Frage nach einem roten Faden in der Programmgestaltung verneint, ist da irgendwie doch einer zu entdecken. Bei den meisten Konzerten sind brasilianische Musiker mit dabei – oder brasilianische Musik. Die macht am Freitag, 12. Mai, um 19.30 Uhr in der Festhalle Königsbach auch der Karlsruher Perkussionsprofessor Isao Nakamura, dessen Leidenschaft die südamerikanischen Rhythmen sind.

Die aktuelle Saison findet ihr Ende in einem Kammerkonzert am Samstag, 25. November, im Bildungszentrum Königsbach. Dann ist es die brasilianische Pianistin Ana Flávia Frazão, die sich mit ihren Kammermusikpartnern Albrecht Breuninger (Violine) und Bernhard Lörcher (Violoncello) um Maurice Ravels Klaviertrio kümmert. Und am 5. Januar 2018 steht dann das traditionelle Neujahrskonzert an. Welches Orchester dann in die Kulturhalle Remchingen kommt, kann Solter noch nicht verraten. Dass es dann aber auch abseits der großen Städte ordentliche Musik zu hören gibt, scheint beinahe sicher.

Die Karten für die Konzerte kosten 18 – ermäßigt 10 – Euro. Sie sind unter anderem erhältlich beim Kartenbüro in den Pforzheimer Schmuckwelten, bei Schreibwaren Schaudt/Königsbach, der Bäckerei Bräuer/Stein oder der Musikalienhandlung LiteraDur in Wilferdingen.