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Großer Bahnhof zum Abschied im Stadtmuseum: Ob Gert Hager mit Isabel Greschat und ihren Töchtern Katharina und Smilla (von links). Foto: Seibel
24.07.2015

Kulturamtsleiterin Isabel Greschat mit schöner Feier verabschiedet

Pforzheim. Dieser Abschied ist emotional, sehr persönlich und drückt bei einigen auf die Tränendrüse: Isabel Greschat, neun Jahre lang Kulturreferentin, wurde gestern gefeiert – als eine Persönlichkeit, die die Kultur der Stadt vorwärtsgebracht, die vieles bewegt hat und nun zu einer neuen Herausforderung aufbricht. Sicher, über Scheidende soll man nur Gutes sagen, aber die Lobeshymnen, die sie geradezu hereinbrechen, sind nicht bloße Schmeichelei, sondern kommen allesamt von Herzen.

Bildergalerie: Kulturamtsleiterin Isabel Greschat wird verabschiedet

„Ich gebe zu, der Abschied fällt mir schwer“, sagt Oberbürgermeister Gert Hager. Zum einen, weil er die menschliche Seite Greschats sehr schätze, sie sich immer für die Kultur starkgemacht habe – „und auch an Samstagen und Sonntagen stets vor Ort war, wenn es etwas zu tun gab“. Ihr sei es gelungen, die Kultur in Pforzheim so zu positionieren, dass sie gleichberechtigt zwischen den anderen wichtigen Aufgaben der Stadt stehe. Hager erinnert an die großartige Umgestaltung der Pforzheim Galerie, an die Bedeutung, die die Hochschule in den vergangenen neun Jahren für die Stadt erhalten habe und an die Art, wie souverän und überlegt die Kulturamtsleiterin mit sensiblen Themen umgegangen sei. „Gerade bei der Frage, wie der 23. Februar zu begehen sei, als reiner Gedenktag oder als Lehre für die Zukunft, haben wir beide das gleiche gedacht: Es muss beides sein – ohne dabei extremistisches Gedankengut zuzulassen“, schildert Hager. Greschat sei es gelungen, „Dinge umzusetzen, von denen es immer hieß: Das geht nicht.“ Mit einem weinenden Auge verabschiede er sie nach Ulm, wo die 48-Jährige das Museum der Brotkultur leiten wird: „Ich glaube, Sie spüren, dass wir Sie vermissen werden.“

Raphael Mürle, der für den Kulturrat spricht, hat die Schmunzler auf seiner Seite: „Es war eine neue Dimension der Kulturarbeit, die wir mit Ihnen erleben durften: Erstmals hat man sich auf Augenhöhe mit uns unterhalten. Das waren wir so nicht gewohnt.“

Greschats Dank gilt nicht nur den vielen Wegbereitern, sondern allen voran Gert Hager. „Ich habe damals bei meiner Bewerbung unterschlagen, dass ich ein kleines Kind habe“, erzählt sie. Aber das habe für ihn als Kulturbürgermeister keinen Unterschied gemacht. Und als dann Tochter Katharina auf die Welt gekommen sei, habe sie gespürt, dass Gert Hager das auch wirklich so meine. „Während ich von anderen zu hören bekam: Das macht man als Amtsleiterin nicht“, habe er immer hinter ihr gestanden. „Das werde ich Ihnen nie vergessen“. Sie habe in Pforzheim viel Offenheit und Freundschaft erfahren: „Ich bin hier glücklich gewesen.“