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Sebastian Lux beim Hängen der großformatigen Fotos von Wilfried Bauer. Foto: Roller
Sebastian Lux beim Hängen der großformatigen Fotos von Wilfried Bauer. Foto: Roller
20.09.2017

Kulturhaus Osterfeld zeigt Ausstellung mit Fotos von Wilfried Bauer

Pforzheim. Er sah, wie keiner sah: Wilfried Bauer war ein Ausnahmekünstler, der in seinen Fotografien Konventionen und Sehgewohnheiten infrage gestellt hat, der nah dran sein wollte am Geschehen. Heute wird im Foyer des Kulturhauses Osterfeld eine Ausstellung mit einigen seiner Bilder eröffnet. Sie trägt den Titel „Be poetic“ und zeigt rund 80 Aufnahmen aus dem Archiv des Fotografen, die meisten davon in schwarz-weiß.

Zu sehen sind unter anderem frühe, fast abstrakte Landschaftsbilder, Reportageaufnahmen, Selbstporträts, Natur- und Pflanzenstudien. Es sind Aufnahmen, die in allen Zeiten seines Lebens entstanden sind. Man habe sie bewusst nicht chronologisch geordnet, sagt Sebastian Lux von der Stiftung F.C. Grundlach, die zusammen mit Dr. Ute Schreiner, der Martha Pulvermacher Stiftung und der Rudolf Augstein Stiftung die Erhaltung und Erschließung von Bauers Lebenswerk ermöglicht hat.

Wilfried Bauer wurde 1944 in Ingelheim am Rhein geboren. Er hat zunächst eine Ausbildung zum Fotografen bei seinem Vater absolviert und dann als Assistent bei Robert Häusser in Mannheim gearbeitet. Nach einer Festanstellung beim Zeit-Magazin war er als freier Fotograf tätig. Seine Fotos sind in unzähligen Zeitschriften, Zeitungen und Magazinen veröffentlicht und millionenfach abgedruckt worden. Daneben hat Bauer zahlreiche freie Serien angefertigt.

Auf der ganzen Welt ist der Fotograf unterwegs gewesen, um seine Motive zu finden. Es sei es ihm gelungen, seine ganz eigene Bildersprache zu realisieren, erklärte Lux getsern bei einem Rundgang im Kulturhaus Osterfeld. Auch bei seinen Auftragsarbeiten sei die ursprüngliche Idee oft von ihm selbst ausgegangen.

In Bauers Arbeiten spielen Emotionen und Stimmungen eine große Rolle. Deutlich wird das etwa in einer Serie, die er über menschliche Hände gemacht hat. Mit seinen Bildern stellt der Fotokünstler Sehgewohnheiten infrage: Manchmal sind sie unscharf oder angeschnitten. Er fotografierte bereits viel mit Weitwinkel, als das noch nicht üblich war. Seine Fotos hat der 2005 verstorbene Bauer nie nachbearbeitet. Nichts daran ist gestellt oder inszeniert. Wenn man seine Bilder im Kulturhaus Osterfeld anschaut, sollte man sich Zeit dafür nehmen. Nur so erkennt man die Geheimnisse, die in ihnen warten. Es geht darum, Verborgenes ins Unverborgene zu bringen. Unerwartetes könnte sein. Nico Roller

Die Ausstellung wird am Mittwoch, 20. September, um 20 Uhr eröffnet. Sie ist bis zum 9. Dezember zu sehen: dienstags bis freitags von 18.30 bis 20 Uhr und an Veranstaltungstagen von 19 bis 21 Uhr.