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Ulrike Seitz (links) und Gabriele Münster mit einigen ihrer Arbeiten, eine Metallplastik von Hilke Turré und Wolfgang Nöldner legt Hand an sein neuestes Acrylbild „Figurentheater“.  Foto: Meyer 

„Kunst braucht Öffentlichkeit“ - Gabriele Münster organisiert Benefizschau in alten Fabrikräumen in Pforzheim

Pforzheim. Es herrscht noch kreatives Chaos in den ehemaligen Fabrikräumen der Firma Kusterer: Künstlerinnen und Künstler liefern ihre Werke an, es wird geschleppt und ausgepackt. Dazwischen gibt Organisatorin Gabriele Münster Anweisungen, wo was hin soll. „Why not“, die zweite Benefizausstellung, die sie auf den Weg gebracht hat, ist im Entstehen begriffen. 22 Teilnehmer mit – je nach Format – sechs bis acht Arbeiten sind dabei, die Preisspanne ist groß und bietet auch für kleine Geldbeutel attraktive Objekte. Wer hier an diesem Wochenende Kunst kauft, tut gleichzeitig etwas Gutes, denn ein Teil der Erlöse geht an die PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ und an die Kinder- und Jugendarbeit der Volksmission, die die Räume zur Verfügung gestellt hat.

Die erste Benefizausstellung hatte die engagierte Künstlerin 2020 in ihrem Ausstellungsraum „Artort“ in Dillweißenstein geplant, musste sie aber wegen Corona verschieben. An der zweiten Benefizausstellung war das Künstlerinteresse so groß, dass der „Artort“ gar nicht ausgereicht hätte. „Kunst braucht Öffentlichkeit. Deshalb war es mir wichtig, Künstlern eine Ausstellungsmöglichkeit zu bieten“, sagt Münster.

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Andrea Matthias Pagani mit seinem Bild „Titanic“. Foto: Meyer

Im Fabrikgebäude stehen nun fünf sehr große, helle Räume und ein breiter Flur zu Verfügung, günstig zur Einhaltung der Abstandsregeln, allerdings auch kalt, da ungeheizt. Für den Besuch herrscht 2G und Maskenpflicht sowie Zugangsbeschränkungen bei Andrang – auf den die Aussteller hoffen.

20 regionale und mit Lothar Zull aus Schwabmünchen und Schlangenbader aus Berlin zwei überregionale Künstler präsentieren Malerei, Collagen, Fotografien, Druckgrafik, Skulpturen und Objekte. Dabei sind auch so bekannte Namen wie Sylvia Witzenmann (Linoldrucke) und Monika Thiele (eine Zeichnung aus einer Privatsammlung). Interessant ist die Schau also für Kunstinteressierte, Sammler oder Menschen, die ein besonderes Weihnachtsgeschenk suchen. Sie werden vielleicht bei Ulrike Seitz fündig. Ihre starkfarbigen, im Spontanrealismus gemalten Porträts fangen Ausdruck und Charakter prominenter Persönlichkeiten wie Sean Connery als 007, Frida Kahlo, Elvis, Marilyn Monroe oder Johnny Depp als Jack Sparrow ein und sind ein ungewöhnlicher Blickfang.

Wolfgang Nöldner, der Gabriele Münster beim Aufbau zur Hand geht, zeigt Acrylbilder, in denen er sich mit Situationen von Menschen auseinandersetzt, ganz aktuell ist beispielsweise das abstrahierte Gemälde „Figurentheater“, das eine verwirrt durcheinanderstiebende Menschenschar mit und ohne Masken zeigt.

Andrea Matthias Pagani kennt man als Schauspieler und Sänger aus dem Theater, aber er malt auch. Und das seit Kindertagen. Seit etwa 15 Jahren stellt er recht erfolgreich aus, unter anderem in Berlin, Frankfurt und Stuttgart. Er präsentiert mehrere „Impressionen aus New York“, einer Stadt, die ihn außerordentlich beeindruckt hat.

Gabriele Münster selbst zeigt Arbeiten mit ihrem Schwerpunktthema Figuren in Bewegung, die sie in dezenter, weiß-grau-brauner Acrylfarbe auf Leinwand festhält. Sie hofft nun auf viele kunstinteressierte und kauflustige Besucher und stellt bei Bedarf auch Kontakte zu den Künstlern her.

Benefizausstellung „Why not“, Fabrikgebäude Bleichstraße 50/54, 1. Stock, Öffnungszeiten: Samstag, 4. Dezember und und Sonntag, 5. Dezember jeweils 11 bis 16 Uhr.

Die Ausstellenden

Jens Alemann, Kalminder Bharya, Sigrid Baumgärtner-Förschler, Tamara Javurek, Kathleen Kilchenmann, Walter Knobelspies, Berhard Merkert, Ute Middel, Viktoria R. Müller, Gabriele Münster, Constance Mürle, Wolfgang Nöldner, Andrea Matthias Pagani, Claudia Reutter, Brigitte Ruhmann, Schlangenbader, Ulrike Seitz, Rosemarie Strobel-Heck, Monika Thiele, Hilke Turré, Sylvia Witzenmann und Lothar Zull.