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Hochschule-Professorin¸Christa Wehner als interesseierte Betrachterin. Foto: Frommer
Hochschule-Professorin¸Christa Wehner als interesseierte Betrachterin. Foto: Frommer
29.09.2017

Kunstverein präsentiert junge „Grafik 2017“ in der Galerie zum Hof im Reuchlinhaus

Pforzheim. Die räumliche und klangliche Dimension zeitgenössischer Druckgrafik – so ließe sich textlich der Bogen spannen zwischen den vom Kunstverein Pforzheim im Reuchlinhaus präsentierten Arbeiten junger Künstler. Einige Werke nutzen die Lithografie als zentrales Medium, andere gehen neue experimentelle Wege und folgen Konzepten, die durchaus voneinander abweichende Anordnungen an ganz unterschiedlichen Ausstellungsorten zulassen. Paradebeispiele sind die drei in der Raummitte der Galerie zum Hof ausgestellten Arbeiten von Alexander Frohberg (Leipzig) und Ryu Oyama (Okinawa) sowie von Jessica Twitchell (Köln) und von Thomas Georg Blank (Karlsruhe).

Frohberg und Oyama zeigen „Adaption“, 17 im Offsetdruck produzierte Lithografien auf Holztafeln, die in der Galerie zum Hof auf einer Bodenfläche von ungefähr 20 Quadratmetern angeordnet sind: im Vorjahr umgesetzte Reiseeindrücke des weltgewandten Japaners Oyama, die mit Kreide und Tusche brachial verfremdet wurden. Alexander Frohberg: „Oyama hat Fukushima nach dem Gau bereist“.

Ganz andere Wege beschreitet Jessica Twitchell mit „Being Autonomy“ (2014). Sie ordnet beidseitig im Siebdruckverfahren gestaltete Textilbahnen zu einem dreieckigen Zelt, das von einem Gestänge aus Glasfaserrohren Halt bekommt. Noch einen Schritt weiter vom gedruckten Ausgangsmedium entfernt sich Thomas Georg Blank (Karlsruhe) mit seiner multimedialen Installation „Den Stein das Singen lehren“. Er hat seine Grafik eingescannt und mit Hilfe einer Software grafische Punkte in binäre Daten und letztlich in Töne wandelt. Außerdem stellen Birgit Brandis (Hamburg), Isabelle Kaczmarek und Daniel Wogenstein (beide Karlsruhe), bis zum 22. Oktober 2017, aus.

www.kunstvereinpforzheim.de