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Sorgen für beste Stimmung: die Cuba-Boarischen. Foto: Frommer
Sorgen für beste Stimmung: die Cuba-Boarischen. Foto: Frommer
10.10.2015

Ländler mit Latin Groove: Die Cuba-Boarischen begeistern

Pforzheim. Auf diese Idee muss man erst mal kommen: bayrische Volksmusik und Son Cubano als rasantes Tandem. Die Formation Die Cuba-Boarischen demonstriert bei ihrem Gastspiel im Kulturhaus Osterfeld eindrucksvoll, wie perfekt sich beides unter einen Hut bringen lässt – und sei er, wie der von Bandleader Hubert Meixner, aus Panama.

Es bedarf nicht allzu viel Fantasie, sich die Begleitumstände vorzustellen, die an der Hotelbar in Cienfuegos die Verbrüderung der drei Urlauber aus Oberbayern – Michael, Andreas und Hubert Meixner – mit den kubanischen Hausmusikern geradezu beflügelt haben mögen. In Bayern sind die seit 2006 öffentlich auftretenden Cuba-Boarischen gerade wegen dieser ungewöhnlichen Stilmischung rasch bekanntgeworden. Dennoch, räumt Andreas Meixner ein, gebe es in Vagen und Umgebung aber auch ausgemachte Puristen, die sich mit dieser (direkt in die Beine gehenden) Spielart der neuen Volksmusik nicht anfreunden mögen.

Beim Pforzheimer Publikum verfängt der karibisch-alpine Sound-Cocktail sofort – schon beim Einmarsch der Musiker aus dem Zuschauerbereich mit einem krachledernen Defiliermarsch. Doch schon unmittelbar nach diesem Auftakt demonstriert das Septett seine ganze Klangvielfalt: Das erste Solo gehört der jazzig gespielten Klarinette, Kontrabassist Markus Wallner greift in die Saiten und tanzt gleichzeitig dazu, Bongos, Klanghölzer und Congas sorgen für spannenden Drive, und selbst der Korpus des Akkordeons dient der Perkussion. Von Anfang an beeindruckend sind die nahtlosen Wechsel zwischen Dorfmusik und karibischen Klängen. Titel wie das größtenteils auf Bayrisch gesungene „Escándalo” (nach Trini Lopez‘ Calypso-Klassiker „Shame and Scandal In The Family“) oder „Essa Niña“ sorgen beim Publikum für euphorische Beststimmung.

Nach der Pause laufen die Cuba-Boarischen mit dem Cha Cha Cha „Servus, habe die Ehre“ zu ganz großer Form auf. Leonard Meixner bringt das Publikum mit „Loco, Loco“ zum Mitsingen, und Sepp Rottmayr überzeugt an der Solo-Gitarre wie am Tres cubano gleichermaßen. Peter Rutz gibt an den Perkussionsinstrumenten alles, und Hans Förg zeigt am Sopran-Saxophon große Klasse. Kurz darauf steht der ganze Saal. Zugabe ist der eher getragene Klassiker „Yolanda“ – etwas für die Soundfeinschmecker im Saal.