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Benjamin Griffey alias Casper 2016 bei einem Konzert in Berlin.
Benjamin Griffey alias Casper 2016 bei einem Konzert in Berlin.
30.08.2017

„Lang lebe der Tod“ singt Rapper Casper als Top-Titel seines gleichnamigen neuen Albums

Berlin. Mit oberen Chartplatzierungen, ausverkauften Konzerten und Auftritten auf den großen Festivalbühnen wird Casper seit einigen Jahren als ein Erneuerer des Deutschraps gefeiert.

Jetzt liefert der Rapper ein neues Album ab. Die Erwartungen sind hoch: „Lang lebe Tod“ erscheint am Freitag.

Mit seinen ersten drei Alben habe er sich an seiner eigenen Biografie abgearbeitet, sagt der 34-Jährige: Kindheit in einer Trailerpark-Siedlung in den USA, Jugend in der ostwestfälischen Provinz und seit einigen Jahren Berlin-Bewohner. Auf „Lang lebe der Tod“ nimmt er sich jetzt den Zustand der Welt vor. „Ich finde die jetzige Zeit schon unbequem. Deshalb wollte ich unbequeme Musik für unbequeme Zeiten machen“, begründet Casper den düsteren Ton des neuen Albums. Mit Blick auf den Klimawandel oder auf „verrückte Präsidenten“ habe man das Gefühl, existenzielle Ängste häuften sich. „Ganz plakativ gesagt: Man guckt morgens aufs Telefon und fragt sich, ob die Hälfte der Welt noch steht. Dieses Gefühl wollte ich auf die Platte packen.“

Schon die im vergangenen Jahr veröffentlichte Single war ein Vorgeschmack. Der eindeutig nicht auf Charterfolge angelegte Titelsong „Lang lebe der Tod“ beginnt mit dumpfen Dröhnen. Zu hören ist auch die Stimme des Frontmanns der Experimental-Band Einstürzende Neubauten, Blixa Bargeld.

In „Morgellon“ nimmt der Deutsch-Amerikaner Casper die Perspektive von Verschwörungstheoretikern ein. Von ihnen ist er fasziniert und verstört. „Deborah“ lässt sich dagegen als Parabel auf Depressionen lesen. Alles keine leichte Kost.

Für das neue Album holte sich der Rapper außerdem die Hoffnungsträger der Musikszene Dagobert, Sizarr und Drangsal dazu, die für alles andere als Partymusik bekannt sind.

www.casperxo.com