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Der Graf Almaviva (Paul Jadach) versucht alles, um Susanna (Franziska Tiedtke) zu verführen.  haymann
Der Graf Almaviva (Paul Jadach) versucht alles, um Susanna (Franziska Tiedtke) zu verführen. haymann
Das Besondere an Mozarts Werk: die genialen Ensembleszenen. Hier mit Paul Jadach als Graf Almaviva, Cornelius Burger (Figaro), Franziska Tiedtke (Susanna) und Silvia Micu (Gräfin, von links).
Das Besondere an Mozarts Werk: die genialen Ensembleszenen. Hier mit Paul Jadach als Graf Almaviva, Cornelius Burger (Figaro), Franziska Tiedtke (Susanna) und Silvia Micu (Gräfin, von links).
28.10.2016

„Le nozze di Figaro“ feiert am Samstag Premiere im Pforzheimer Stadttheater

Da Ponte entschärfte die Geschichte – das Werk wurde nach seiner Uraufführung im Mai 1786 ein Erfolg für Mozart. Der hielt aber nur kurz an. Das Stück wurde von Martin y Solers „Una cosa rara“ aus dem Fokus gedrängt. Langfristig entwickelte es sich aber zu einer der beliebtesten Opern der Musikgeschichte.

Worum geht es in „Le nozze di Figaro?

Die Geschichte ist ziemlich verworren. Den Kern zeigt aber schon der Titel an. Es geht um Figaros Hochzeit (Le nozze di Figaro). Der ist als Kammerdiener mit der Zofe Susanna verlobt – und wünscht nichts mehr, als sie endlich zu heiraten. Sie dienen gemeinsam im Haushalt des spanischen Grafen Almaviva; der hat auf das sogenannte „Recht der ersten Nacht“ verzichtet – und bereut es jetzt, Susanna nicht verführen zu können. Durch viele Intrigen hindurch, mit Witz und Verwechslung kommt es am Ende zum Happy End. Figaro darf seine Susanna heiraten – und auch der Graf entdeckt seine Liebe zur Gräfin wieder. Und bei allem kommt der Adel ziemlich schlecht weg. Damals genug, um die Geschichte teilweise verbieten zu lassen.

 

Was ist das Besondere an „Le nozze di Figaro“?

Mit diesem Werk setzt Mozart musikalische Maßstäbe. Die Handlung wird nicht mehr primär in den Rezitativen vorangetrieben, sondern schreitet in immer größeren Ensembleszenen voran. Beeindruckendes Beispiel: das Finale im zweiten Akt, in dem Mozart ständig wechselnde Gefühlslagen mit unzähligen Protagonisten in über 20 Minuten Musik ausdrückt.

 

Wer führt Regie bei der neuen Pforzheimer Inszenierung?

„Le nozze di Figaro“ wird von der Spielleiterin Caroline Stolz inszeniert. „Mich interessiert die Kombination von Melancholie und Witz“, sagt Stolz, die das Werk im Rokoko-Glanz der Entstehungszeit verortet. „Diese Mischung ist ein Charakteristikum aller guten Komödien. Die Figuren dürfen in keinem Augenblick wissen, dass das, was sie tun, komisch ist. Eine gute Komödie entsteht, wenn die Situationen für die Figuren beängstigend sind und sich auf eine komische Weise entwickeln.“

Gab es „Le nozze di Figaro“ schon einmal in Pforzheim zu sehen?

Das Werk ist ein echter Klassiker auf den deutschen Bühnen und war auch in Pforzheim öfters zu sehen. Zuletzt in der Spielzeit 2007/2008. Damals inszenierte Robert Swedberg das Stück. Unter der Leitung des damaligen Generalmusikdirektors (GMD) Jari Hämäläinen sangen unter anderem Martin Berner (Graf Almaviva), Sofia Kallio (Susanna) und Aleksey Ivanov (Figaro). Das Werk spielte aber auch auf andere Weise eine Rolle in Pforzheim. Denn bei der Auswahl des neuen GMD im gleichen Jahr mussten sich die Bewerber bei einem Dirigat der Mozartoper beweisen – ohne größere Vorbereitung mit dem Orchester. Am Ende setzte sich Markus Huber durch. Er ist noch heute GMD der Badischen Philharmonie.

Wer singt und spielt bei der morgigen Premiere?

Unter der Leitung von Mino Marani spielt die Badische Philharmonie. Es singen der Chor des Theaters Pforzheim und unter anderem Paul Jadach (Graf Almaviva), Franziska Tiedtke (Susanna) und Cornelius Burger (Figaro).

Wo gibt es Karten?

Für die morgige Premiere, die um 19.30 Uhr beginnt, gibt es nur noch Restkarten. Weitere Vorstellungen gibt es untern anderem am Dienstag, 1. November, um 20 Uhr am Donnerstag, 10. November, um 20 Uhr und am Sonntag, 20. November, um 15. Uhr. Karten für diese Vorstellungen gibt es beim Theater am Waisenhausplatz, telefonisch unter (0 72 31) 39 24 40 oder auf www.reservix. de