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Angelina Grodziecki vor einem Gemälde mit einem blutigen Spiegel, der in Linien zerbricht. Es zeigt Einflüsse ihres Lehrers Professor Erich Reiling.  Foto: Meyer 

Lernen von Michelangelo: Erste Ausstellung der jungen Künstlerin Angelina Grodziecki

Pforzheim. In den Räumen der KF-Galerie hängen Bilder von Michelangelo und Rubens, Marc, Macke, Nolde. Wie das sein kann? Es handelt sich natürlich nicht um Originale, sondern die junge Künstlerin Angelina Grodziecki zeigt unter dem Titel „Faszination Kopie“ ihre Sicht auf berühmte Vorbilder. Wobei „Kopie“ für ihre Bilder eigentlich zu kurz greift. In Bildausschnitt, Technik und Umsetzung entfernt sie sich deutlich von ihren Vorlagen und lässt ihren eigenen künstlerischen Ausdruck einfließen.

So ist die komplizierte Frisur von Michelangelos „Lybischer Sybille“ aus der Sixtinischen Kapelle in Rom unter einem Turban verborgen, und das Bild erhält durch die Umsetzung in Ölkreide eine völlig andere Textur. Interessiert hat die junge Künstlerin hier, wie Michelangelo die Körperdrehung realisiert hat.

Das Kopieren gehört zur künstlerischen Ausbildung. Grodziecki begreift es auch als schnelle Möglichkeit zur Umsetzung eigener Eindrücke wie zum Beispiel von Urlaubsfotos in klein- bis mittelformatige Gemälde in Ölkreide, Acryl oder Öl. Ein Job bei der Lernhilfe und der dadurch entstandene Kontakt zu Axel Baumbusch, der im KF-Quartiersgremium sitzt, haben der gebürtigen Freiburgerin nun zu ihrer ersten Ausstellung verholfen. Grodziecki hat ihren Bachelor in Visueller Kommunikation an der hiesigen Hochschule gemacht. Kunst hat sie bei den Professoren Erich Reiling und Matthias Kohlmann studiert.

Für die KF-Galerie ist diese Ausstellung ein weiterer Schritt im Konzept, junge, fremde, andere Kunst ins Quartier zu bringen, wie Baumbusch sagt. Das Angebot, das vom Planungsamt der Stadt, der Diakonie und dem Stadtjugendring finanziert wird, hat sich bereits etabliert.