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Mit Kerzen erleuchtet ist die Stadtkirche beim traditionellen Lichterkonzert – wie im vergangenen Jahr, als Kord Michaelis das Bachorchester geleitet hat.  Seibel
Mit Kerzen erleuchtet ist die Stadtkirche beim traditionellen Lichterkonzert – wie im vergangenen Jahr, als Kord Michaelis das Bachorchester geleitet hat. Seibel
Heike Hastedt
Heike Hastedt
02.02.2017

Lichterkonzert in neuem Glanz? - Bachorchester richtet sich erstmals direkt an Kinder

Pforzheim. Die besten Konzepte nützen nichts, wenn sie der Wirklichkeit nicht standhalten. Das scheint auch Heike Hastedt zu wissen. Sie ist seit gut einem halben Jahr für die Musik an der Stadtkirche Pforzheim verantwortlich – und überrascht mit so mancher neuen Idee bei der Konzertgestaltung.

Im Advent gab es Bachs Weihnachtsoratorium als „Singalong“, also zum Mitsingen. Am Wochenende unterzieht Hastedt das traditionelle Lichterkonzert des Bachorchesters einer Verjüngungskur. Am Samstagnachmittag wird es ein Konzert geben, das ganz auf Kinder zugeschnitten ist.

Traditionen umstürzen aber will Hastedt nicht. Am Abend gibt es ja das Lichterkonzert im gewohnten Gewand: so wie in jedem Jahr zum Ende der Epiphaniaszeit, mit einer bloß von Kerzen erhellten Stadtkirche, immer gut besucht.

Aus eins mach zwei

Viele Konzerte an der Stadtkirche gibt es aber an zwei Terminen. Am ersten davon will die Kantorin generell Neues wagen. „Wir wollen aus einem Programm zwei verschiedenen Formate machen.“ Inspiration erfährt Hastedt dabei aus ihrem Studium der Musikvermittlung, das sie parallel zu ihrer Pforzheimer Kantorenstelle an der Musikhochschule Detmold absolviert – und bald abschließen wird. „Wenn ich diesen Hintergrund nicht hätte, würde ich mich das wahrscheinlich gar nicht trauen.“ Für das Kinderkonzert am Samstag hat sich Hastedt ein besonderes Konzept überlegt. Die Sätze von Dobrinka Tabakovas „Suite im alten Stil“ für Streichorchester, Viola (Solistin: Cheryl Swoboda) und Cembalo verbindet Hastedt in einer Geschichte. Erzählung, musikalische Motive und ganze Sätze aus der Komposition wechseln sich ab. „Die Geschichte handelt von einer Familie, die einen geheimnisvollen Palast besucht. Irgendwann werden die Kinder von der Musik weggeleitet und erleben den Palast aus einer anderen Perspektive.“ Und das alles in einer Musik, die sich stark an barocke Vorbilder anlehnt – aber von der zeitgenössischen Komponistin Tabakova geschrieben wurde. Flankiert wird das Hauptwerk des Abends von Felix Mendelssohn Bartholdys zweiter Streichersinfonie und dem Werk „Palladio“ des englischen Komponisten Karl Jenkins. Wenn Hastedts Kinderkonzert erfolgreich ist, hat sie durchaus noch andere Ideen. Bevor sie die verrät, heißt es aber abwarten – und schauen, ob das neue Lichterkonzert auch den Zuschauern gefällt.