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Spannende Kontraste: Iris Caren von Württemberg mit ihren Fotografien und einer Holzskulptur von Thomas Diermann. 
Spannende Kontraste: Iris Caren von Württemberg mit ihren Fotografien und einer Holzskulptur von Thomas Diermann.  © Recklies
19.02.2016

Lichtmalerei und archaische Holzskulpturen: Ausstellung in der Volksbank Wilferdingen-Keltern

Remchingen. Nach der Premiere mit Fero Freymark und Volker W. Hamann im vergangenen Jahr setzt die Volksbank Wilferdingen-Keltern ab dem Wochenende ihre Ausstellungsreihe „Weitsicht“ fort. Erneut begegnen sich Skulptur und Fotografie. Während Thomas Diermann Holzarbeiten zeigt, präsentiert Iris Caren von Württemberg „Lichtmalereien“.

Der in Paderborn geborene Diermann hatte zuletzt in der Pforzheim Galerie ausgestellt. Iris Caren von Württemberg ist in Pforzheim geboren und aufgewachsen und lebt heute in Esslingen. Nicht nur die von den beiden Künstlern eingesetzten Medien differieren extrem. Auch die Herangehensweise könnte unterschiedlicher kaum sein. Diermann arbeitet mit der Motorsäge und kreiert mit klarer Vorstellung aus zumeist einzelnen Baumstücken Objekte unterschiedlicher Größe. Von Württemberg setzt bei ihren mit der Digitalkamera gefertigten Langzeitaufnahmen vor allem auf den Zufall. Wobei die mal zurückhaltende, mal leuchtende Farbigkeit der Fotografien, die von Württemberg auf Aludibond oder hinter Acrylglas zeigt, in spannendem Dialog zu den Arbeiten Diermanns stehen. Obwohl sich die beiden „derselben Generation entstammenden Künstler“, so Kuratorin Regina Fischer, unterschiedliche Medien bedienten, sei ihnen doch einiges gemein. Die Neugierde am Entdecken, die sich bei Diermann im Herausarbeiten der Eigenschaften des Holzes, bei von Württemberg in der experimentellen Nutzung von Fotografie zeige und der klare Bezug zum Menschen: Bei den Fotografien schlägt sich dieser in den teils schemenhaft auftauchenden Figuren nieder, bei Diermann ist es das als Richtschnur genutzte menschliche Maß, indem er „die Größen etwa als knie- oder hüfthoch angibt“.

Diermann hat für die Ausstellung fast ausschließlich Skulpturen aus Holz ausgewählt, die den Betrachter mit ihrem archaischen Ausdruck unweigerlich in den Bann ziehen. Iris Caren von Württemberg sieht ihre Werke als Lichtmalereien. Arbeiten, die mit eher gedeckten Farben in Venedig entstanden sind, hat sie ebenso ausgewählt wie Fotografien, die mit leuchtenden Farben um Aufmerksamkeit heischen. „Mir geht es bei den Bildern auch um Emotionen“, sagt von Württemberg, die ihre Bilder nachträglich nicht bearbeitet.