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Dieter Huthmacher singt im PZ-Forum Lieder, die ins Ohr gehen. Foto: Seibel
Dieter Huthmacher singt im PZ-Forum Lieder, die ins Ohr gehen. Foto: Seibel
Hingerissen: Das Publikum bei der Matinee der Löblichen Singergesellschaft. Foto: Seibel
Hingerissen: Das Publikum bei der Matinee der Löblichen Singergesellschaft. Foto: Seibel
28.11.2016

Liedermacher Dieter Huthmacher begeistert im ausgebuchten PZ-Forum

Pforzheim. Dieses „Lach doch, lach doch!“ ist so herzerfrischend, dass es auch nach der Matinee der Löblichen Singergesellschaft noch lange nachklingt. Zumal es Dieter Huthmacher am Anfang und Ende seines Konzerts im randvollen PZ-Forum singt und dabei mit Elan den Rhythmus stampft.

Es ist nicht das einzige Lied an diesem vergnüglichen Vormittag, das eingängig schnell ins Ohr geht, zum Lachen animiert oder nachdenklich stimmt. Ohrwurmpotenzial hat auch das zum Mitklatschen bestens geeignete „Do semmer dabei“, bei dem Huthmacher darüber spottet, heute alles mitmachen zu müssen. Oder „Gut sen die Leut‘“ über die hiesige Lobesmanier, bei dem der Liedermacher und Gitarrist in seinen mehr gesprochenen als gesungenen Strophen auch den Pforzheimer Derivate-Vergleich und Sparfuchs nicht unerwähnt lässt. In seiner Heimatstadt kennt sich Huthmacher eben aus, wird deshalb ein neues Programm nur über Pforzheim herausbringen.

Bei der Matinee wählt er nach Lust und Laune, begeistert mit Kult-Pechvogel „Bächle“ genauso wie mit dem umgeschriebenen alten Volkslied „Ade zur guten Nacht“. Die erste Strophe singt er noch im Original, einige Zuschauer summen leise mit. Doch dann leitet der Sänger theatralisch über, erzählt plötzlich von böse endenden Nachbarstreitigkeiten, bei dem der Müll über den Zaun geschmissen und das Grillen zur Belästigung wird. Die teils recht derben Texte ergeben einen schönen Kontrast zur unschuldigen Melodie.

Aus dem Leben gegriffen

Köstlich ist überhaupt das Grimassen- und Gitarrenspiel des Künstlers, der seine mitten aus dem Leben gegriffenen Geschichten mit feiner Ironie versieht. Zwischen die Lieder in Mundart streut er witzige Gedichte und Texte über Frauen und Männer, über die schwäbische Sprache mit ihren Zischlauten oder auch übers Essengehen und Punktesammeln im Supermarkt.

Besonders gelingen Huthmacher die träumerisch leisen Lieder vom Herbst, von der Liebe und von Kindern, die anders sind, reich machen und das Leben spielen, während die Erwachsenen sich nur etwas vorspielen.

Dass der beliebte Liedermacher auch 2017 wieder mit von der Partie ist, gibt Obermeister Claus Kuge bereits bekannt. Er freut sich über die große Resonanz – und über den Besucherrekord bei den Veranstaltungen der Löblichen mit 3000 Personen in diesem Jahr.